Die letzte Selbstbestimmung / Anzeige

Werbliche Kooperation mit Tausendkind. Dieser Artikel enthält dennoch meine persönliche Meinung. 

Manchmal bin ich genau die Mama, die ich sein möchte. Dann fühlt sich trotz schmerzender HWS und den anderen körperlichen Baustellen alles so richtig an. Dann finde ich uns klammheimlich ganz schön toll, dass wir unsere Kinder so annehmen, wie sie sind, mit Liebe überschütten, längst aufgehört haben, sie mit anderen zu vergleichen oder dieselben Maßstäbe ansetzen zu wollen, was Tragemöglichkeiten, Schlafmöglichkeiten, Betreuungsmöglichkeiten etc. betrifft. (Die vorgestellten Produkte wurden uns zur Verfügung gestellt von Tausendkind)

 

 

Da brauche ich nur an Maple zu denken, die ungefähr das schwierigste Kind auf der ganzen Welt war und nun so ein wunderbarer, selbstsicherer, gesunder und fröhlicher, begeisterungsfähiger, empathischer, selbständiger und toller kleiner Mensch geworden ist. Karl hat es neulich ganz unbescheiden ausgesprochen: Das ist unser Verdienst. 

 

Alles geben zahlt sich aus

Es war richtig, sie mit eins in keine Betreuung zu zwingen, für die sie noch nicht bereit war. Es war richtig, mit ihr alles durchzumachen, auch wenn über alle Grenzen, es war richtig, gegen alle Kritik, sie in der furchtbaren Entthrohnungsphase ganz nach oben auf die Tagesordnung zu setzen, so sehr mein Herz bezüglich Coco-Sehnsucht auch geblutet hat. Es war richtig, sie zu schleppen und zu schleppen und zu schleppen, weil andere Fortbewegung als auf dem Arm nicht möglich war.

Es war richtig, sie mit zwei in eine 1:1-Betreuung einzugewöhnen, sie ankommen zu lassen, sodass sie über sich hinauswachsen konnte. Wir haben ihr immer die Zeit gegeben, die sie brauchte. Es war richtig, ihr wieder Windeln zu gewähren, obwohl sie schon trocken war. Vorgestern hat sie, wie sie uns verkündete, nach Ewigkeiten „einen Klops ins Töpfchen gemacht“ und platzte fast vor Stolz. 

Andere, andere, andere. Andere schnallen oder wickeln sich die Kinder auf Bauch, Rücken oder Hüfte, fahren im Kinderwagen spazieren oder mit dem Auto in den Urlaub, kommen mit zwei in den Kindergarten oder mit eins zur Kleinkindbetreuung, … egal. Es ist wirklich egal geworden. Wir haben wunderbare Kinder, und sie sind richtig so, wie sie sind.

 

Lieben heißt: nicht mehr vergleichen

Neulich erzählte mir Mother Birth von ihren Kindern, und zwischen den Zeilen war so viel Liebe und Respekt vor dem Menschen, dass mir schwindelig wurde. Auch sie hat Bedingungen, die von der verdammten Norm („Normative Scheiße ist in erster Linie Scheiße“, Papapelz) abweichen, teils ganz andere als ich, teils auch ähnliche, und sie stellte nicht im geringsten die Frage, ob das denn alles so sein müsse, solle oder anders sein könne. Es war so wunderbar, das zu hören (bzw. eben nicht zu hören), und sie haderte auch überhaupt nicht damit. Mehr davon, viel mehr davon, unendlich mehr! Weg von Ratgebern, Ratschlägen von Menschen, die nicht in der Situation sind, aber meinen, es beurteilen zu können, weg von normativer Scheiße, von Erwartungsdruck, Andershabenwollen und Verzweiflung. Aber das ist gar nicht immer so einfach.

 

Bis zum Geht-nicht-mehr

Es war ein unwahrscheinlich harter Lernprozess, mit dem totalen Verlust von Selbstbestimmung fertigzuwerden. Aus aktuellem Anlass erinnere ich mich an meinen wirklich nicht allzu unrealistischen Wunsch, im Winter 2012, da war Maple knapp neun Monate alt, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Natürlich auf einen leeren, nicht lauten, nicht überlaufenen. Ein Viertelstündchen. Ich liebe Weihnachtsmärkte, und in unserer Vorkinderzeit haben Karl und ich beispielsweise mal in drei Tagen acht oder neun Weihnachtsmärkte in Wien besucht, und zwar völlig relaxed. Ich wollte nur auf den örtlichen, popeligen, blöden Weihnachtsmarkt. Ohne Maple war sowieso utopisch. Also mit, und immerhin waren wir ja zu zweit mit einem Kind.

Was soll ich sagen, es war nicht möglich. Es. War. Nicht. Möglich. Ich spreche nicht von Kinderwagen oder Trage. Auf dem Arm war ja sowieso gesetzt. Es war nicht möglich, dem Kind einen Schneeanzug oder eine Jacke anzuziehen. Seit der orthopädischen Therapie mit Pavlik-Bandage unter heftigsten Bauchschmerzen hat das Kind eine Abneigung, ein stärkeres Wort fällt mir leider gerade nicht ein, gegen jegliche Form der Bewegungseinschränkung, gegen jedes Festschnallen, Anschnallen, Reinsetzen, Anziehen, Eingesperrtwerden usw. Wir machten über Stunden verteilt vier Weihnachtsmarkt-Losgeh-Versuche. Es musste doch möglich sein. Wir starteten jedes Mal mit bestem, zuversichtlichstem, gutem Gefühl, unendlichem Einfühlungsvermögen und Geduld und endeten jedes Mal im Heulkrampf.

 

Die Seele braucht Schönes

Es ist nicht leicht, damit fertig zu werden, wenn die normalsten Dinge nicht gehen. Als es ein paar Wochen später endlich vorbei war mit den schlimmsten Schmerzen, fiel es mir leichter, da weiterzudenken, wo wir standen. Ich zog Maple dann immer vier Wollschichten an. So überstanden wir den (damals kalten!) Winter. 

Aber in der Zeit, wo die kleinste Selbstbestimmung nicht mehr möglich ist, ist, wenn es finanziell geht (und damals ging es noch), das Letzte, was man noch selbstbestimmt tun kann: Konsum.

Erschlagt mich ruhig.

Ich sage es nochmal: Konsum.

Kaufen.

Sich mit schönen Dingen umgeben. Dingen, die man einfach haben kann, indem man sie bezahlt und erwirbt. Für die keine Wunder geschehen müssen, die man trotz immenser Anstrengung nicht herbeizaubern kann.

Man braucht Schönes, um durchzuhalten. Nichts anderes ist der Sinn von Antidepressiva (jedenfalls von Serotoninwiederaufnahmehemmern, SSRI). Da wir, ich muss das leider wirklich so sagen, nichts Schönes in unserem Babyleben mit Maple hatten, kauften wir Schönes und erfreuten uns daran. Das gab zwischendurch wieder etwas Kraft.

Auch heute, wo alles im Vergleich so unendlich viel leichter ist, ist das noch so. Wenn nichts mehr geht und wir uns so sehr danach wünschen, endlich mal wieder etwas tun zu können, einfach weil wir es wollen, dann gönnen wir uns etwas schönes Materielles. Denn Immaterielles, das, was viel mehr glücklich macht, kann man eben leider nicht kaufen. Es tut einfach gut, sich mit Schönem zu umgeben. Egal ob Second Hand, selbst gemacht oder neu gekauft.

 

Kauf dich glücklich

Es gibt Dinge, Materielles, die mir so viel Kraft geben, dass sie ihren Warenwert um ein Vielfaches übersteigen. Es gibt die Dinge für mich. Für uns. Für Erwachsene. Für Eltern. Zum Durchhalten.

 

Schönes für Kinder

Und dann gibt es noch den anderen Teil. Den Teil mit Kindersachen, bei denen einem das Herz aufgeht. Der einem dabei hilft, ein bisschen Bilderbuchkinderglück an dem es fehlt, zu konstruieren. Ich liebe es, durch die Stadt zu streifen und schöne Dinge zu kaufen, als gäbe es kein Morgen. Ich habe einen kleinen, aber feinen Spielzeugladen, der hat so tolle kleine Labels, die wunderbare Dinge außerhalb des Mainstream bieten. Leider ist das Stöbern mit Kindern nicht mehr so wirklich möglich. (Außer in Spielzeugläden. Aber wenn man mal ehrlich ist, nicht mal da.) Aber im Internet, da geht das. Und da habe ich ein Lieblingsportal, wo sich unheimlich viel schöne, zauberhafte, besondere Kinderdinge tummeln, bei denen mir das Herz aufgeht. Und das ist Tausendkind. Ich zeige Euch mal ein paar Dinge.

Unsere Wohnung ist voll von Dingen, die ich liebe (weswegen Ausmisten nach dem Prinzip „Trenne dich von allem, was keine Begeisterung in dir auslöst“ auch nicht viel bringen würde). Das gilt auch für Kinderlöffel. Maple liebt Barbapapa. Und als ich diesen Löffel sah … Na ja. Es ging halt nicht anders. 

 

 

Thema Mützen. Entweder schön oder warm, richtig? Beides zusammen sehr selten, und wenn, dann zieht sich das Kind die Mütze direkt vom Kopf. Also schön, warm und Schlupfmütze. Gaaaanz einfach zu finden. Ich bin fündig geworden!

 

 

Dasselbe gilt für Babyschuhe. Rassel dran und Kermit der Frosch drauf, aber warm?? Wozu? Babys können ja noch nicht sagen, dass sie kalte Füße haben. Ich könnte bei den ganzen schicken Fellboots etc. aus Polyester immer im Dreieck kotzen. Ich will, dass mein Kind warme Füße hat! Mein rutschfester Wollfilz-Vorschlag:

 

 

Schnullerketten sind irgendwie neu für mich. Maple ist ja ein Daumenkind, aber Coco hat einen, besser gesagt hundert Schnuller, die sie überall verliert. Und da sie so ein „Ich muss an allem rumknibbeln“-Kind ist, musste ich diese Schnullerkette dringend haben. Außerdem … siehe oben.

 

 

Bin ich oberflächlich? Diese Konsumsache ist eine schwierige Angelegenheit. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen: Es geht mir nicht ums Kaufen an sich. Es geht mir darum, etwas zu haben, woran ich mich jedes Mal, wenn ich es sehe, erfreue. Und das kann fürs System Familie nicht falsch sein.

 

Eure Mo

 
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