Leserinterview #17 - Bianca ist high need Kind - Mama und überlebt mit ganz viel Humor

Wer sind eigentlich die Leute, die unseren Blog lesen? Ich bin sau neugierig und habe deshalb eine neue Interview Reihe ins Leben gerufen: 2KindChaos #Leserinterviews! Denn mal ehrlich, was wäre ein Blog ohne Leser? Eben! Und einige haben tatsächlich Bock, meine Fragen zu beantworten und uns allen ihre Geschichte zu erzählen... Bianca ist Zweifachmama und wollte eigentlich noch Nummer drei, wenn da nicht Bedenken wegen ihrer high need Tochter wären. 

 

 

1. Hey Bianca, schön dass du mitmachen möchtest! Stelle dich doch kurz vor. Wer bist du, wie lebst du, wo kommst du her, was machst du so?

Huhu, ich heiße Bianca Peiler, bin 34 Jahre alt und Mama von zwei wundervollen Monstern. Kekskopf wird im Dezember drei Jahre alt und Krümelmonster ist sechs Monate. Wenn meine Tochter im Kindergarten ist, setze ich mich gern mal an den PC und tippe seltsame Geschichten, die ich dann im Selbstverlag veröffentliche. Warum ich das mache, weiß ich nicht so genau. Finanziell lohnt es sich nicht und stressig ist es auch noch. Ich kann´s aber einfach nicht lassen, mein Kopf läuft sonst über. ;-)

Meine Familie, bestehend aus Männe, mir, den zwei Keksis, meinen Schwiegereltern und einem Hund, der wie ein usbekisches Nationalgericht heißt, lebt in Zweibrücken in einem Haus, das ebenso groß wie chaotisch ist. Jeden Tag kämpfe ich einen verzweifelten und aussichtslosen Kampf gegen das Chaos, und irgendwie sieht es bei uns immer aus, als wären die Avengers fluchend und einen imaginären Bösewicht bekämpfend durch die Zimmer gefegt...

Eigentlich wollen wir auch noch Kind Nummer drei und haben dafür sogar extra ein Auto angeschafft, aber die Needs meiner Tochter sind higher als high, also überlegen wir noch, ob wir das nervlich schaffen.

 

2. Wieso liest du 2KindChaos? Was findest du gut, was nicht so?

Ich liebe es, dass hier kein Blatt vor den Mund genommen wird. Ich liebe Blogs allgemein, sowohl Bücher- als auch Mama-/Papa-Blogs, aber oft wird dort nur erzählt, wie man am besten mit der TrotzAutonomiephase umgeht, was das Kind alles braucht und dass ja alles wunderbar rosarot ist, wenn man nur die kindlichen Bedürfnisse erfüllt. Beispiel: Lass dein Kind im Elternbett schlafen, dann schlafen alle gut. Muahaha. Ansonsten kein Kommentar.

Wenn man ein High Need-Kind hat, zieht einen so was oft runter, weil man sich wie eine Versagerin fühlt. High Need-Kinder sind eben nicht damit zufrieden, dass man sich für sie den Allerwertesten aufreißt Attachment Parenting betreibt. High Need-Kinder wollen immer mehr, mehr, mehr, und irgendwann fühlt man sich einfach schlecht - "Ich mache doch alles für dich, stillen nach Bedarf, tragen, Familienbett, nie schreien lassen, auf Agenhöhe kommunizieren und doch liebevoll Grenzen setzen - was zur Hölle willst du noch, oh Dämon, der du den Körper meiner Tochter besetzt hältst?!?"

Ihr sprecht aus, was viele Eltern, vor allem von High Need-Kindern, denken. Das Leben mit Kindern ist wundervoll und toll und spannend und bereichernd, aber -  manchmal auch einfach nur Scheiße! Und das muss auch mal gesagt werden.  

 

3. Bist du selbst Mama? (...) Wenn ja, was ist für dich das Krasseste am Elterndasein? Wie hat es dich verändert, Mama zu werden? 

Ja, ich bin Mama (siehe oben). Das Krasseste ist die Art, wie dich das Elterndasein verändert. Und zwar in jedem Bereich. Das Mamadasein bringt das Beste und das Schlechteste in dir zum Vorschein. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, wie geduldig ich sein und mit wie wenig Schlaf ich auskommen kann (schlecht gelaunt, aber trotzdem und so). Ich hätte nie gedacht, dass ich wegen jedem Mist ein schlechtes Gewissen haben oder mich über die Konsistenz von "Kacka" freuen kann. Dass ich mal anfangen würde, mein eigenes Brot zu backen, weil im gekauften Brot zu viel Salz ist (ja, ich bin ein bisschen öko geworden, seit ich Mama bin...) Und dass es Spaß macht, Schnecken beim Kriechen zuzuschauen oder Bilder in den Wolken zu erkennen, hatte ich schon längst vergessen und erst vor knapp drei Jahren wiederentdeckt.

 

Bildrechte: Bianca

 

4. Was klickst du täglich im Internet an? Welche Blogs liest du gern und was denkst du über Blogger im Allgemeinen?

Ich mache täglich meine Runde: Verkaufsdashboard auf Amazon, Ranking auf Amazon, Facebook, Mails und dann alles, was mich interessiert. Meistens sind das Bücher- und Mamablogs. An Blogs mag ich, wie gesagt, Bücherblogs sehr gern, vor allem die Rezensionen und der eine oder andere Buchtipp interessieren mich. An Mamablogs so die üblichen Verdächtigen: euren natürlich (Vorsicht, nicht auf der Schleimspur ausrutschen!), Geborgen Wachsen, das gewünschteste Wunschkind etc. (auch wenn ich dadurch manchmal ein schlechtes Gewissen hab - siehe oben ;-) )

An Bloggern fasziniert mich immer das Durchhaltevermögen. Täglich oder wöchentlich ein Blog zu aktualisieren, finde ich schon echt klasse. Ich hab das zwei Mal versucht und bin zwei Mal gescheitert. Keine Zeit, keine Lust, keine Geduld, nichts zu sagen. 

 

5. Welche aktuellen Themen sind dir total wichtig? Was regt dich richtig auf, positiv oder negativ? Hier kannst du mal ansprechen worauf du Bock hast!

Mich regen rechte Parolen auf. Gerade jetzt nach Paris ist ja jeder Flüchtling ein potentieller Attentäter... außerdem die Berichterstattung in den Medien. Erst war der Drahtzieher des Pariser Attentats ein Flüchtling und wurde in Bayern registriert, dann war er vielleicht in Bayern, dann hat er vielleicht mal was von Bayern in der Zeitung gelesen. Nichts ist erwiesen, aber wir haben halt schon mal drauflos gehetzt. Hauptsache, Stimmung machen!

Und in Foren und einschlägigen Facebook-Gruppen regt mich die Hetze von Mamas gegen Mamas auf - "Gruseltrage!" - "Wie, du stillst nicht/wie, du stillst noch/wie, du fütterst schon zu/wie, du fütterst noch nicht zu?" - "Deine Kinder schlafen im Elternbett? Die kriegst du nie wieder raus!!!" Manchmal, wenn mir sehr langweilig ist (okay, besser: in einem hypothetischen Fall, in dem mir sehr langweilig wäre), möchte ich einen Anti-Still-Kommentar verfassen und in ein paar Gruppen posten. Oder meinen Sohn zum Spaß in einen Babybjörn stecken (mit Blick nach vorne, verdammt!!!) und dann ein Foto hochladen. Dann Popcorn bereit stellen und ein paar Sekunden abwarten - und dann die Kommentare lesen. Adrenalin pur.

 

Mehr von Bianca

... findet ihr auf ihrer Facebook Seite und natürlich ihre Bücher bei Amazon

An alle kleinen Blogs da draußen - weniger fordern...
Wochenende in Bildern WiB Makro

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