Das große Genervtsein vor der zweiten Geburt

Dieser Beitrag stammt aus der 38. Schwangerschaftswoche - und ich habe keine Ahnung, wie wo und wann es losgeht, was mich erwartet oder was auf mich zukommt. Auch nicht, weil es das zweite Kind ist, denn in gewisser Weise ist es doch noch viel krasser und unplanbarer... Und das Schlimmste: ich gehe mir selbst gewaltig auf den Sack.

 

"Hochschwanger mit Kleinkind spielen - gar nicht so einfach" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Von realen und übertriebenen Ängsten

In der ersten Schwangerschaft geht es ja mehr darum, dass man Angst vor der Geburt hat und maximal daran denkt, sich zu sorgen, ob man das mit dem Wickeln und Stillen oder Füttern so hinbekommt und was man machen soll, wenn das Kind vom Wickeltisch gefallen ist. Und ich dachte ja tatsächlich, mit der Geburt wäre das Gröbste sozusagen geschafft, dabei ist das ja nur der Startschuss in das totale Chaos. In der zweiten Schwangerschaft hingegen weiß man, was einen erwartet - und bricht dann absolut berechtigterweise in Vollpanik aus. Nicht wegen der Geburt, denn bekannte Übel sind weniger schlimm als unbekannte. (Und wenn man wie ich vom Krankenhaus enttäuscht ist, wechselt man schlauerweise zur Hebammenbetreuung im Geburtshaus.) Nein, man weiß, wie abgefahren die ersten Babywochen sein können und kann sich nun mal nicht vorstellen, wie es mit zwei Kindern werden soll. Für mich ist das Schlimmste wohl die Situation des Gebärens, wenn ich nicht weiß, wie es meiner Großen geht und wer auf sie aufpasst. 

 

Ich geh mir selber auf den Sack

Das ist vielleicht das Schlimmste. Ich will gar nicht so viel über die Probleme nachdenken, aber je näher der Termin rückt, desto schlimmer wird es. Lange war es ja eher so, dass ich mich gedanklich nicht auf das Baby einstellen konnte und dann brach ruckartig der Nestbautrieb aus. Ganz ehrlich, natürlich bin ich als Bloggerin auch interessiert, meine Schwangerschaft irgendwie zu verschriftlichen, aber diese ganzen Themen gehen mir echt auf den Sack. Ich kann es nicht mehr hören, lesen, sehen.

Meistens liest man ja auch nur diesen quietschrosa Tüddelkram, sieht nette Fotos mit hübsch verpackten und ätzend schlanken Mamas, die dann im besten Fall auch noch ihre Gewichtszunahme wöchentlich oder meinetwegen monatlich aktualisieren, während man selbst nicht mal mehr auf die Waage steigen will, weil man die 20 Kilo Plus schon überschritten hat. Yes, I'm fat!! Ich kann mich mit diesen Plüsch - Mamas nicht identifizieren und vielleicht bin ich auch nur neidisch, weil bei mir nicht alles super perfekt läuft und aussieht. Ich bin diese gereizte, dauermüde und unglaublich dicke Mutter mit den nachlässig hochgebundenen Haaren, dem ungeschminkten Gesicht und der Brille mit den Fettabdrücken, die ich seit drei Tagen immer wieder vergessen habe abzuputzen.

 

Keine Lust mehr auf schwanger

Tralalalala, wie schön und heilig es doch ist, schwanger zu sein. Ich mach noch mal schnell ein paar Poserfotos mit nacktem Bauch in rosa Tüll. Nicht. Ich kann nicht richtig laufen, seit Wochen schon, ich bin nur müde und genervt und hab ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht mehr wirklich mit meiner Tochter spielen kann. Ich komme mir vor wie eine 80jährige, die total überfordert ist mit dem gelangweilten Kleinkind - man stelle sich vor, wie ich schnaufend auf dem Hof sitze und versuche, dem Kind schmackhaft zu machen, den Fußball direkt zum Stuhl zu treten anstatt wie mit Papa hin und her zu rennen. Jo. Oder wie ich sie nachmittags anbettle, mich doch mal kurz schlafen zu lassen (sie selbst macht das leider meist nicht mehr) und zum Dank kriege ich mitleidlose Wurstfinger in die Augen gestochen.

Und ganz besonders nervt es mich, dass mir jeder sagt, wie super doch meine Schwangerschaft verläuft, ich hab doch keine Probleme, ist doch alles spitze. Klar, ich habe keine Komplikationen, aber deswegen gleich übertreiben? Naja, ich hoffe, dass dieser Zustand nicht mehr allzu lange andauert und ich wieder genug andere Probleme habe, als mich über mich selbst aufzuregen.

Liebe Erzieherin, die du unbefristet streiken wirs...
Ende gut, alles gut? Ein neuer Job

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