Eine Mutter darf sich nicht beschweren? Eben doch!

Der schlimmste Psychodruck auf Mamas? Kommt aus den eigenen Reihen! Ich rege mich ja selten über die Blogbeiträge von anderen auf, auch wenn sie manchmal ein wenig seltsam daherkommen, aber über den von Mama schreibt muss ich einfach eine Retourkutsche verfassen! Ein Plädoyer für die Jammermama!

 

 

Wer ist eigentlich Mama schreibt und worüber geht dieser Beef?

Zunächst mal sei berichtet, dass Annika alias Mama schreibt über Nacht Pflegemutter wurde und nach eigenen Angaben auf einmal mit anderen Müttern konfrontiert wird, die ihrerseits nur jammern. So Gedöns wie "Ich komm nie wieder ins Kino" oder "Gestern Abend habe ich am Kinderbett geweint". Annika hingegen ist natürlich total happy weil sie ihr Pflegekind endlich hat und kann es gar nicht nachvollziehen, dass irgendeine Mutter auf diesem Planeten die Schnauze voll habe respektive das auch noch weitergebe. Also klar dürfe sie mal genervt sein aber bitte nicht vor dem Kind.

Ja, es ist nicht nur Sonnenschein und Frohsinn mit einem Kind. Es gibt auch Tage an denen man die Zähne zusammenbeissen und ranglotzen muss, obwohl man lieber auf der Couch gammeln würde. Lasst es Eure Kinder nicht spüren! Ihr seid ihr ein und alles. Das absolute Vorbild. Ihr seid für sie der Nabel der Welt. Kinder können es noch nicht verstehen, dass man sie trotzdem liebt auch wenn man sagt: „gerade nervst du“. (Zitat Mama schreibt)

 

 

Wenn mich andere Mütter nicht ständig bewerten, wer würde es denn sonst tun?

Ja, diese Frage ist selbstverständlich rhetorisch zu sehen. Als Mutter wird man ständig bewertet, sei es von der eigenen Familie, Freunden, Bekannten, völlig Fremden wie der Kassiererin beim Discounter oder dem Alkoholiker auf der Straße der fragt, ob das weinende Kind nicht müde sei. Nicht zu vergessen den Medien, dem ewig pädagogischen Zeigefinger, dem eigenen Gewissen, dem Zeitgeist, der Nachwelt und was weiß ich wem noch alles. Es gibt verdammt noch mal keinen Lebensbereich, der stärker unter der Lupe steht als der der Mutterschaft, und was mich noch mehr ankotzt: jede Mutter wird an einem Idealbild gemessen, das die Gesellschaft kreiert hat. (Das muss natürlich nicht zwangsläufig immer dasselbe sein, das ist nämlich der Witz daran. Recht soll man es ja auch keinem machen können.) 

 

Du bist Jamma, wie du dich beschwerst über deine Kinder, Jamma, einzigartig, unglaublich, Jamma

Ich geb es an dieser Stelle zu: ich jammer! Ich beschwer mich sogar! Aber meistens jammer ich. Boah mir tut der Rücken weh, ständig muss ich mein 9kg Baby schleppen, boah schon wieder Migräne weil ich seit 3,5 Jahren nicht mehr als 2 Stunden am Stück schlafen kann, boah seit zwei Wochen brüllt das Kind durch, mimimi. Vielleicht sollte ich auch wie Annika einfach zwei, drei Mal die Woche reiten gehen, vielleicht würde ich dann endlich mal die Fresse halten. Also ganz ehrlich, das wäre ein Traum. Von so viel Me Time träume ich nachts. Wenn ich aus Versehen mal ein wenig REM Schlaf abbekomme, versteht sich. 

Eine kurze Schweigeminute. Wieder runterkommen. Weniger jammern, Frida, streng dich an. Also gut, mal kurz ernst: Jammern ist ein wertvolles Instrument der Psychohygiene. Jammern ist das Einzige, was uns verzweifelten Muttis noch bleibt. Und meist jammern wir anderen Muttis was vor, denn das sind (meist) die einzigen, die zuhören und die das interessiert, denn die haben ja ähnliche Erfahrungen. Jammern ist sowas wie die inoffizielle Muttisprache. Und so lange wir uns hauptsächlich gegenseitig vorjammern, müssen wir unsere Kinder vielleicht weniger anjammern. 

Ach so, und noch ein Plädoyer an Mütter wie Annika: wenn ihr hört, dass eine Mutter sagt, dass sie im Kinderzimmer geweint hat, dann steckt den pädagogischen Zeigefinger wieder ein, nehmt diese Mutter vielleicht mal in den Arm oder klopft ihr verständnisvoll nickend auf die Schulter. Nicht jede hat den Luxus, sich mehrmals die Woche auszugleichen oder Menschen, die ihr Entlastung bieten, psychisch oder physisch unter die Arme greifen. Und nicht jede kann sich jederzeit Hilfe holen. Aber jede Mutter soll das Recht haben, zu sagen, dass sie eine persönliche Grenze hat. Auch vor den Kindern. In Maßen natürlich, aber generell ist das sogar wichtig. Sagt übrigens auch Jesper Juul. 

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