Elternsex - oder wenn Intimität zur Rarität wird

Ich musste bevor ich anfing dies zu schreiben erst mal in mich gehen. Es soll ja hier schließlich um Sex gehen und ich fragte mich, ist das denn okay darüber zu schreiben auf einem Elternblog? Aber wenn nicht hier, wo dann? Wir alle wären ja nicht Eltern ohne Sex. Richtig? Keine Angst ich werde jetzt keine schmutzigen Details unseres Liebesleben Preis geben, ich habe lediglich vor ein wenig darüber zu philosophieren, mit einem gewissen Maß an Ironie und Witz.
 
 
 
 
 
Neulich war ein Freund bei uns zu Besuch. Er kinderlos, mitte Dreißig, erzählte uns von seinen na sagen wir "Sex Eskapaden" und wir gerieten doch sehr ins Schmunzeln. Er verstand nicht so recht, warum wir das alles so lustig finden, denn immerhin hätten wir ja auch Sex. Richtig, er hat schon recht, wir haben Sex, aber Elternsex - und das ist eine ganz andere Nummer (im wahrsten Sinne des Wortes) als vor den Kindern.
 

 

Wo fangen wir an?

Es geht nun nicht mehr darum den anderen ins Bett zu flirten, sich aufreizend anzuziehen, einen romantischen Abend vorher zu verleben oder gar einfach seiner Lust zu folgen und spontan zu sein. Das war einmal, zumindest bei uns. Also sagt mir bitte bei Euch ist das ebenso? Falls nicht bin ich ganz offen für Anregungen.
 
Wir haben nicht die Möglichkeit unsere Kinder in regelmäßigen Abständen betreuen zu lassen, geschweige denn mal einen Abend oder gar eine Nacht für uns zu haben. Ergo, wenn der Sex stattfindet dann zwischen Babyphone und Kinderspielzeug, irgendwo eingebaut in den Alltagskalender. Zwischen Zeitdruck, denn eines der Kinder könnte ja wach werden, und einem Kopf voll mit Dingen, den es erst Mal gilt zu überlisten, um nicht die ganze Zeit gedanklich woanders zu sein.
 
 

Zeit 

Zeit ist so ein entscheidender Faktor. Nicht nur für den Akt selbst auch mit all dem verbundenen. Ich bin nun ganz ehrlich, ja es kommt vor, dass wir den Sex planen und er nicht stattfindet. Genauso kann es aber geschehen, dass der Sex stattfindet, so spontan es eben am Abend möglich ist. Unrasiert, gekleidet in Jogginghosen, zwischen einer Werbeeinblendung und dem Klingeln des Smartphones, quasi zwischen Tür und Angel. That's life.
 
ABER immerhin haben wir Sex. Das ist doch schon mal wieder ein sehr positiver Gedanke, denn in den ersten Lebensjahren der Kinder war die Vorstellung an Sex schon ein hohes Gut, die Ausführung selbst schlicht unmöglich. Ist halt auch nicht so wirklich stimmungsvoll, der ganze Alltag mit Baby, ich denke aber das können die meisten Eltern nachvollziehen. 
 
Elternsex oder der Sex als Eltern ist einfach anders. Nicht mehr spontan, oft geplant und eigentlich immer unter Zeitdruck, zumindest wenn man wie wir zwei so kleine Nachteulen haben die in regelmäßigen Abständen nach ihrer Mama rufen. 
 
Eine kurze Anekdote kann ich noch Preis geben, für diejenigen die sich jetzt schon ein wenig pikieren, dann lieber nicht weiter lesen.
 
Es ist noch gar nicht so lange her, die Kinder saßen beim Mittagessen und der Mann und ich trafen uns in der Küche. Einen Kuss und ein paar vielsagende Blicke später war klar, wir haben Lust aufeinander. Tja, blöd nur um diese Uhrzeit, in dieser Situation. Das Ende vom Lied war tatsächlich, dass wir auf das, was wir vor hatten zu tun, ganze vier Tage warten mussten. Denn es kam immer etwas dazwischen. Kind krank, Kinder schlafen nicht ein, Nachbar klingelt am Abend spontan etc. etc. - ihr kennt das ja, oder?
 
Mit dieser Geschichte entließen wir unseren Freund in den Abend, so recht glaubte er uns glaube ich nicht, und ich gestehe, ich freue mich auf das Gespräch welches wir wieder aufnehmen werden, wenn er mal Vater ist.
Geschichte von Kathrin über ihr High Need Kind
High Need Kinder sind aber doch ganz normale Kinde...

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