Mein Beauty Alptraum: Haarausfall nach der Schwangerschaft

Einfach nur gemein, wenn man in der Schwangerschaft wunderbar volles Haar hatte und außerdem noch ein Langhaarfreund ist und die Haare immer schön gepflegt hat, so wie ich. Mir sind lange Haare immer wichtig gewesen, seit ich ein kurzhaariger Teenager war, der sich einfach nur unwohl gefühlt hat. Und deshalb ist es für mich ein echter Alptraum gewesen, den Haarausfall zum zweiten Mal durchmachen zu müssen... was ich alles probiert habe und wie es mir ergangen ist, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen.

 

 

Meine Haare - mein Wohlfühlfaktor

Ich habe es ja schon angedeutet; als junger Teenager habe ich mir aus einer Laune heraus die Haare raspelkurz schneiden lassen und wurde dadurch Mobbing Opfer, denn zusammen mit meinen weiten Klamotten sah ich nun sehr jungenhaft aus. Auch ich selbst habe mir gar nicht gefallen und habe mich einfach nur gehasst, wenn ich in den Spiegel geschaut habe. Die Haare wieder lang zu züchten war sehr langwierig, wie vielleicht die meisten von euch wissen, aber mit jedem Zentimeter fühlte ich mich etwas wohler.

Irgendwann sah ich wieder aus wie ein Mädchen und startete wie die meisten anderen ein Färbeexperiment nach dem anderen, und so ging eine jahrelange Odyssee los. Färbeunfall - wieder kürzen. Zu viel gefärbt - mega Spliss. Zum falschen Friseur gegangen - total verschnitten. Dann beschloss ich, die Naturhaare herauswachsen zu lassen und nur noch selbst zu schneiden. Ersteres hat nicht geklappt, aber letzteres. Viele Jahre schnitt ich selbst die Spitzen und es sah auch ganz gut aus (bei langen Haaren geht das relativ leicht). Ich war happy mit meinen XXL Haaren bis zum Ellbogen und ich wollte noch viel länger kommen...

 

Der Haarausfall kam 3 Monate nach der Geburt

Nachdem ich meine erste Tochter bekam, traf es mich wie ein Schlag als ich auf einmal meine wunderbaren langen Haare büschelweise in den Händen hielt. Nach und nach wuchsen die Geheimratsecken und überall fand ich meine Haare, sie fielen sozusagen permanent aus. Nachdem das Volumen vielleicht um die Hälfte reduziert war, ging ich zum Friseur und ließ mir etwa drei bis vier Jahre Wachstum abschneiden - wer schon mal gezüchtet hat, weiß, wie weh das tut, und ich ging heulend nach hause und heulte noch einige Tage weiter. Ich hasste mich wieder so wie früher und begann den Fehler, meine Haare nicht mehr zu pflegen (wieso auch, waren ja kurz) und ließ mir einen Pony schneiden, den ich sofort wieder wegsteckte. So eine typische Selbsthass Aktion eben, kennen vielleicht einige von euch.

Rückblickend hat es mich da jedenfalls nicht ganz so schlimm getroffen, denn es waren "nur" deutlich dünnere Haare und Geheimratsecken. Ich ließ die Haare wieder wachsen, stellte fest, dass ich mir einiges kaputt gemacht hatte mit dem schlechten Behandeln und pflegte wie eine Irre. Irgendwann waren die Haare wieder halbwegs schön und lang, vor allem in der zweiten Schwangerschaft waren sie wie eine seidige Decke. Vorläufig Ende gut, alles gut...

 

Nach der zweiten Geburt: extremer Haarausfall

Ich dachte ja, ich wäre vorbereitet. Die Haare fallen ziemlich stark aus, aber im Endeffekt wird es nicht so schlimm sein. Hauptsache nicht gleich zum Friseur gehen, einfach zusammenwurschteln und hoffen, dass man das halbe Jahr durchhält. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben mit Durchhalten. Ich habe nicht geheult, als ich bei jeder Berührung eine dicke Strähne aus meinen Haaren zog, die übrigens wieder deutlich über die Schulterblätter gewachsen waren. Als ich dicke Geheimratsecken bekam, zog ich mir einen Mittelscheitel. Als der Mittelscheitel immer breiter wurde und man irgendwann ein Dreieck im Frontalbereich sah, mache ich mir einen Fake Pony. Als meine Kopfseite so aussah, als würde ich mir einen Sidecut rauswachsen lassen, malte ich mir mit Nudefarbenem Eyeshadow die Löcher aus. Und als ich wirklich nichts mehr kaschieren konnte, trug ich Mützen.

Und schnitt erstmal selbst fast die Hälfte ab. Ich tröstete mich damit, dass ich ja die Naturhaare herauswachsen lassen wollte und sozusagen nur Verfärbtes der Schere zum Opfer fiel, aber ich fand es schon krass kurz und gar nicht schön. Auf Twitter wurde mir nahegelegt, mal einen Bluttest zu machen, der fiel aber total super aus, also konnte es definitiv nicht an irgendeinem Mangel liegen. Die Ärztin meinte, möglicherweise würde das Stillen die Haarausfallphase verlängern oder die Schwangerschaft hätte einen erblichen Haarausfall ausgelöst. Thanks for that.

 

Wenn die Haare endlich nachwachsen und man richtig scheiße aussieht

Klar freute ich mich darüber, dass nach etwa einem halben Jahr sichtbar Haare nachwuchsen. Aber mir waren so viele ausgefallen, dass jetzt überall regelrechte Büschel herausstehen. Von der Seite sieht es so aus, als würde mir eine Art Schirm aus der Stirn wachsen. Überall Antennen und Gestrüpp. Natürlich will ich mich nicht beschweren, alles ist besser als zu denken, man muss sich mit einer Halbglatze anfreunden. Aber trotzdem sieht man immer aus wie so ein Straßenköter. Also wie ein räudiger Hund, der mit Gollum fusioniert ist. Sehr dünne, lange Zotteln und ein explodiertes Sofakissen darunter. Geil, oder? Ich hielt es nicht mehr aus und griff erneut zur Schere und schnitt einfach drauf los. Zack, noch mal mindestens ein Jahr Wachstum weg. Und einen Pony schnitt ich mir auch, obwohl ich es hasse, einen zu haben. Aber der würde wenigstens das Gestrüpp verstecken. 

 

Friseur Desaster und Selbsthass

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich etwa zehn Minuten später zu einer Haarfabrik rannte. Ganz lange Haare kann man gut kürzen, aber je dicker, desto schwieriger. Kurzum es war einfach nur schief. Der Friseur, ein gockeliger Rockabilly Typ, der eigentlich ziemlich cool aussah, als ob er schon alles gesehen hätte, musste immer wieder kichern und bat mich dann inständig, nie wieder eine Schere anzufassen. Sein Mitleid hielt sich aber in Grenzen, denn er schnitt  und schnitt und die Haare wurden noch mal deutlich kürzer, obwohl ich ihm vorher von meiner Friseurangst berichtet habe. Als Krönung schmierte er mir noch so ein Stinkezeug in die Haare, das erst nach dem dritten Mal Haarewaschen wieder verschwunden war. Den Pony fand er besonders kacke, schnitt ihn dann aber auch noch mal ein ganzes Stück kürzer, und so kam ich mit der, wie ich dann auf Twitter herausfand, Haarausfall - Standart - Frisur wieder heraus: schulterlange stufige Haare und Pony. 

Kann mir mal einer sagen, an welchem Punkt ich was falsch gemacht habe? Nein ich weiß es ja selbst: ich bin mal wieder durchgedreht und habe nicht durchgehalten. Nur noch ein paar Monat Mütze und alles wäre gut gewesen (WUÄÄÄH!). Aber nein, ich musste doch irgendwann wieder eine Kamikaze Aktion starten. So wie früher, wenn man einen guten Lauf beim Computerspiel hat und trotzdem noch mal von vorn anfängt. Ich fang dann also noch mal von vorne an, denn ich hab keine Lust auf eine flotte Kurzhaarfrisur, ich komm mir eh schon so muttimäßig vor. Den Jammerartikel über meine Figur schreib ich mal lieber nicht, sonst liest hier bald keiner mehr mit. 

Habt ihr bis zum Ende durchgehalten und wie geht ihr mit eurem Haarausfall um, wenn ihr ihn denn auch habt?

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