Von der eigenen Entspannung überholt: Geburtsbericht Maple Teil 1

Weder easy noch der Horror – ich hatte einfach eine gute Geburt. Starring: „Die gute Geburt“ aus dem Hypnobirthing, eine schmerzempfindliche Mo, coole Jeans und meine Beleghebamme Maya. 

 

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Prolog

Der 9. Monat ist nach einer unvergleichlichen Horrorschwangerschaft wunderschön. Endlich verstehe ich, wie andere Schwangerschaft erleben. Den dicken Bauch, das mühsame Rumdrehen im Bett unter Geächze, was andere im Stadium der Hochschwangerschaft stört, stört mich überhaupt nicht. Ich fühle mich endlich leicht wie eine Feder und kann die Schwangerschaft mit Maple genießen. Ich trage den Bauch stolz vor mir her und bin voller Liebe. Auf einmal entdecke ich all die Möglichkeit, die es gibt, wenn es einem nicht hundeelend geht. Ich könnte Bäume ausreißen!

Es ist ein wunderschöner, sonniger Frühlingstag. In etwa zwei, drei Wochen (rechnerisch) werde ich mein erstes Kind zur Welt bringen. Zeit zum Genießen. Ich habe das dringende Bedürfnis, es mir draußen gemütlich zu machen. Seit Ewigkeiten warten die Holzplatten darauf, von meinem Mann wieder im Innenhof, vor unserem Küchenfenster, ausgelegt zu werden. Er ist auf der Arbeit. Selbst ist die Frau! Ich lasse es langsam angehen, aber lege die ganze „Terrasse“ aus. Nackte Füße auf warmen Holzplatten in der Sonne. Die Sonne knallt, und ich als mich selbst zelebrierende Hochschwangere will mich ja nicht überanstrengen. Ich hole mir die Klappmatratze nach draußen und baue mir über zwei Stühlen und einem Schal einen Sonnenschutz. Roman dazu. Mehr geht nicht. Es ist ein perfekter Moment.

Karl ist bei der Arbeit und will früh Feierabend machen bei dem schönen Wetter. Er fährt immer mit dem Fahrrad zur Arbeit, entlang einer stillgelegten Bahntrasse, eine kurze Strecke, eben und leicht.

Es ist nur ein Gedanke.

Natürlich verwerfe ich ihn.

Denke zurück. Wie schön das wäre, ihn zu überraschen und außerdem Fahrrad zu fahren.

Es ist ja nur so kurz, ganz flach und eben. Und ich bin so glücklich und fühle mich so gut.

Ich trage mein wunderschönes Fahrrad namens Stahlpony (ein schwarzes Wanderer-Fahrrad, das viel zu viele Monate im Keller stand) drei sehr verantwortbare, na gut, vier Stufen vom Keller über den Mülltonnenausgang auf die Straße. Ich mache das sehr vorsichtig. Ich versuche, dabei nicht den Bauch anzuspannen. Ich nehme nicht die ganze Kellertreppe hoch und wieder die Haustürstufen runter, nein. Ich verantworte diese vier (na gut, steilen) Stufen. Es steht draußen. Freiheit! Sonne! Glück! Mein Fahrrad hat sieben Gänge, ich wollte unbedingt eine Narbenschaltung. Ich schiebe mein Rad eine sehr kleine Steigung rauf zur Bahntrasse. Fahre los, ganz langsam. Ich fahre nur im ersten Gang (von sieben!!). Es fühlt sich so gut an. Ich schalte in den zweiten, aber höher nicht.

Es ist ein schöner Frühlingstag und ich bin einfach nur glücklich.

Nachts um halb vier platzt die Fruchtblase. Ich weiß es sofort, denn ich bin klatschnass. Gehe pieseln, da kommt noch mehr Fruchtwasser. Ich bin aufgeregt. Es geht los! Ich werde ein Kind zur Welt bringen. Die Geburt ist jetzt unausweichlich. Karl ist sofort hellwach. Ich auch.

Fortsetzung folgt in Teil 2: Hypnobirthing, Schreien und Wehensturm

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