Wie kann das sein? Ausgerechnet ich mutiere zur Klugscheißer - Mama

In der ersten Schwangerschaft fand ich die aufdringlichen Geschichten der erfahrenen Mamas immer ziemlich nervig und teilweise auch unter Druck setzend, und dann stellt sich heraus: kaum lande ich das zweite Mal im Geburtsvorbereitungskurs, werde ich auch zu „so einer“...

 

"Yes, I'm a MOM" - Bildrechte: 2KindChaos

Geburtsvorbereitungs - Kurs die Zweite

Beim zweiten Kind ist das ja so eine Sache mit der Vorbereitung... die läuft irgendwie so nebenher. Anfangs fand ich die Schwangerschaft sogar eher störend, denn ich hatte extrem mit Übelkeit zu kämpfen und kroch jeden Tag über den Boden, um mein Kleinkind zu bespaßen... mittlerweile freue ich mich richtig auf mein Baby, aber so wirklich Zeit habe ich nicht, um mich auf Little Pea vorzubereiten. Peinlicherweise muss ich sogar erst auf meine Schwangerschafts – App schauen, um zu wissen, in welcher Woche ich gerade bin... da kommt mir gerade recht, noch einmal in den Geburtsvorbereitungskurs zu gehen, obwohl nicht viel Neues dabei sein wird. Für mehr Kurse reicht es dann leider nicht, aber immerhin schaffe ich es zu dem einen.  Und lustigerweise ist mir aufgefallen: ich bin jetzt zwangsläufig zu einer geworden, die den anderen Müttern Horrorgeschichten erzählt...

Von schrecklich perfekten Erst-Schwangeren und den garstigen Zweitgebärenden

In meinem ersten Kurs waren zwei Frauen, die schon geboren hatten und die zeichneten sich eher dadurch aus, dass sie mental abwesend waren und kaum Fragen hatten. Horrorgeschichten haben sie nicht erzählt, dafür aber umso mehr Mamas im Bekanntenkreis. Manchmal könnte man ja auf die Idee kommen, die warten nur darauf, dass man endlich schwanger wird, um ihr geballtes Wissen loszuwerden und einem mit anständig viel Warnungen ein wenig zu verschrecken. Natürlich erzählen sie dabei nicht die unfeinen Details der Geburt und des Stillens (das klappt ja bekanntlich bei ALLEN außer einem selbst SUPER), das gehört zu den wenigen Mysterien, bei denen man auf eine ehrliche Freundin angewiesen ist – wohl aber so Dinge wie „Das zweite Baby wird immer größer und schwerer als das erste, also ich hab damals ja auf Weißmehl und Zucker verzichtet!“. Noch schlimmer sind ja auch Anekdoten à la „Also ich hab ja keine PDA gebraucht, ich wollte es ja ganz natürlich.“ Kann sein, schafft aber Druck und vor allem impliziert es, wer die dickeren Eierstöcke hat.

Und dann geschieht es: ich bin wie sie!!

Schockschwere Not! Aber es war keine Absicht, ich verspreche es! Ganz dezent setzte ich mich an den Rand des Kurses und hielt mich zurück, immerhin war es Abend und ich schon im vorgezogenen Gammelmodus (normalerweise würde ich jetzt solch anspruchsvolle TV Formate wie GZSZ konsumieren). Aber dann durchkreuzte die Hebamme meine gemütlichen Pläne und fragte ständig die Zweifachmamas, wie „es“ denn bei ihnen war. Also Anzeichen der Geburt, Vorbereitung auf das Stillen und ob es was gebracht hat. Hust. Hust hust. Würg. Lügen ist ja nicht so mein Ding, also machte ich mich über mich selbst lustig und gab zum Besten, wie ich Abend für Abend mit Zitronenscheiben auf dem Busen dahockte und das Brennen ignorierte, Kotztee trank (Himbeerblättertee) und überhaupt jeden tollen Tipp mal ausprobiert hatte.

Und dazu gehörte ja leider auch, wie beschissen mein Stillstart war und dass ich mein Kind die ersten Wochen öfters mit Blut füttern musste (gibt immerhin gut Eisen haha). Ich traute mich kaum, die anderen Mamas anzusehen und reckte dann schief grinsend die Daumen und rief in den Raum, wie super Stillen sei. Yaaay! Ist es ja auch, wenn man nicht alles falsch macht was geht. Hungriges Piranhakind nach exakt 20 Minuten gewaltsam abdocken zum Beispiel (auch so ein Hebammentipp). Oder im Krankenhaus den Schwestern hinterher klingeln und um Hilfe betteln, nur um dann mal eben das Kind an den Busen gedrückt zu bekommen („Geht doch, trinkt, sehen Sie!“ – Schnief...)

Muss ich mich jetzt mal ganz ehrlich fragen, ob es mir nicht doch ein ganz kleines bisschen gefallen hat? Dieses Gefühl, vielleicht doch etwas Gutes zu tun und vor allzu obskuren Methoden zu warnen und der ein oder anderen einen kleinen Gefallen getan zu haben? Jaaaa... und ich schäme mich dafür. Ich habe ja immer gesagt, wie blöd ich Ratschläge finde, und jetzt haue ich eine Anekdote nach der anderen raus. Irgendwie sind dann doch alle Schwangeren gleich...

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