Serie: Das hab ich mir anders vorgestellt! Folge 1: Kinderwagen und Buggy schieben

Ich weiß nicht wie es euch so ergangen ist, aber ich stellte mir das Leben als Mama so ganz anders vor, als es dann tatsächlich war und ist. Weniger Zuckerwatte und mehr lustig, kurios, anstrengend. Ich erzähle euch in dieser Artikelserie, wie ich mir das in der Schwangerschaft so nett vorgestellt habe und wie es dann mit dem ersten Baby so war. In diesem Artikel geht es um den (Nicht-) Kinderwagen und Buggy Gebrauch.
 
 

 

Was ich mir vorgestellt habe

Meine Haare flattern im sanften Wind, die Sonne erwärmt mein stilvoll und dezent geschminktes Gesicht, ein grauer kuscheliger Webmantel schmiegt sich um meine schlanke Silhouette. Es ist herbstlich warm, romantische bunte Blätter flattern durch die Szenerie und ich lächle zärtlich meinen Partner an, während ich glücklich strahlend den Kinderwagen schiebe. Meine wundervolle Tochter schläft friedlich wie ein kleiner Engel – auch noch, wenn wir dann endlich nach hause gekommen sind. Spazierengehen macht schließlich müde. Auch wenn sie mal abends nicht gut einschlafen kann, würde ich sie noch mal mit einer Fahrt im Kinderwagen beruhigen und schnell um den Block gehen; Frust ablaufen, erholen.
 

Ein Jahr später.

Ich sehe mal mindestens genauso frisch und erholt aus; vor mir ein fröhlich glucksendes Baby im Buggy, das munter in die Welt schaut und sich an allem erfreut, was es sieht. Ich kann mit dem Buggy joggen oder shoppen gehen und muß mir keinerlei Gedanken machen, dass es dem Kind langweilig wird, denn es hat ja die ganze Welt zu sehen. Es liebt seinen Buggy und kann auch immernoch darin einschlafen… himmlisch!
 

 

Wie es tatsächlich war

Eine ungeschminkte, mopsige Frau mit dicken Augenringen und schmuddeligem Parka, die unmöglich ich sein kann, hetzt durch die matschigen Gassen. Es ist leider schon Dunkel, denn früher hatte ich es mal wieder nicht aus dem Haus geschafft. Ich habe schon drei Mal versucht, das Baby in den Wagen zu packen, nur leider hat sie derart gebrüllt, dass ich es nicht übers Herz gebracht habe, die Nummer durchzuziehen.
 
Beim vierten Mal war ich dann verzweifelt genug, nach einem einsamen Tag unbedingt vor die Tür zu wollen und versuchte nun, den Unwillen des Kindes mit einem Powerwalk zu übertünchen, was natürlich nur mäßig klappte. Der Schweiß stand mir bereits auf der Oberlippe, und ein paar Jugendliche lachten über mich, während ich sie grimmig musterte und mir vorstellte, dass auch sie irgendwann mal schreiende Babys haben werden. Verdient hätten sie es ja.
 
 

Ein Jahr später.

Nach dem Haarausfall und der Tatsache, dass ich immernoch stillte und keine Hungerkur machen konnte (ok, und wollte), sehe ich erwartungsgemäß nicht besonders frisch aus, bestenfalls erträglich. Solange ich ein Oberteil in M trage, versteht sich. Ich schob den Buggy mit einer enervierend neugierigen Prinzessin, die auf dem Hinweg ständig mit einem herrischen “TÄ!” unterhalten werden wollte (“Ein Baum… Mann… Baum… Aaaautoooo…”). Im Supermarkt hielt sie es natürlich keine Minute im Buggy aus sondern musste erstmal alle Regale ausräumen, wahlweise auch wegrennen (ja, das konnte sie da schon… toll, find ich auch) oder sollte ich sagen, vorzugsweise dann wegrennen, wenn ich mich konzentrieren musste.
 
Sie bekam genau dann einen Heulkrampf, wenn ich an der Kasse stand und versuchte, alles schnellstmöglich in den Buggy zu quetschen, der sein Dasein zumindest als drittklassiger Einkaufswagen mehr als verdient hatte. Auf dem Rückweg konnte ich mir schon ausmalen, dass sie nach gefühlten 10 Sekunden sofort anfing, zu plärren, und ich entweder von Passanten angestarrt wurde, weil ich ein schreiendes Kind herumkutschiere oder ein fröhlich kicherndes und “TÄ!” blökendes Kind (ein 12kg schweres Riesenbaby) herumtrug, während ich mit dem freien Arm den mit Einkaufstüten überladenen Buggy schiebe. Ja, die Realität kann manchmal echt weh tun...
 
 
Wie war es dann mit eurem Baby und dem Kinderwagen? Freut euch auf jeden Fall auf weitere Teile der Serie, denn da gab es so einiges, was bei mir ganz, ganz anders abgelaufen ist...
 

Andere Teile der Serie:

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