Leserinterview #10 - Anna erlebte bei der Geburt einen Orgasmus

Wer sind eigentlich die Leute, die unseren Blog lesen? Ich bin sau neugierig und habe deshalb eine neue Interview Reihe ins Leben gerufen: 2KindChaos #Leserinterviews! Denn mal ehrlich, was wäre ein Blog ohne Leser? Eben! Und einige haben tatsächlich Bock, meine Fragen zu beantworten und uns allen ihre Geschichte zu erzählen... Dieses Interview mit Anna ist sehr persönlich, denn sie erzählt von dem mir bis dato unbekannten Thema Geburtslust.

 

 

1. Hey Anna, schön dass du mitmachen möchtest! Stelle dich doch kurz vor. Wer bist du, wie lebst du, wo kommst du her, was machst du so?

Mein Name ist nicht Anna. Ich bin 32 Jahre alt, Mama von zwei Kindern und verheiratet mit dem besten Ehemann von allen :), der schon mein halbes Leben an meiner Seite verweilt. Wohnen tun wir in einem Häuschen im Hohen Norden in der Nähe vom Meer. Zurzeit „arbeite“ ich als Mama und Hausfrau, hatte aber früher einmal etwas Unvernünftiges mit viel Kultur studiert.

 

2. Wieso liest du 2KindChaos? Was findest du gut, was nicht so?

2KindChaos war mit der erste Blog, den ich als Neumama gelesen hatte. Ich finde die Abwechslung einfach großartig! Besonders gefällt mir die Offenheit, mit der ihr an die Themen ran geht und dass bei euch verschiedene Autoren schreiben. 

 

3. Bist du selbst Mama? (...) Wenn ja, was ist für dich das Krasseste am Elterndasein? Wie hat es dich verändert, Mama zu werden? 

Die Kinder haben nachhaltig mein Leben verändert. Ich habe nach der traumatischen ersten Geburt angefangen meine Ansichten, die ich jahrelang felsenfest vertreten habe, zu hinterfragen und mich in vielen Fragen völlig neu zu positionieren. Was mein Umfeld zum Teil sehr irritiert hat. Ich mutierte von einer Ich-Versuche-Stillmama zu einer Langzeit- und Tandemstillerin, von einer Krankenhausgebärerin (und bitte NUR mit Neugeborenen-Intensiv) zur Hausgeburtlerin mit der Tendenz – ich kann das auch ganz allein – und zu guter Letzt bin ich von einer Schmerzmittelgläubigen zu einer Hypnobirthing-Guru-Mama geworden. Meine Kinder haben mich in einen ganz anderen Menschen verwandelt und das ist auch gut so, da ich mir jetzt deutlich besser gefalle als früher!

So, und nun zu einem besonderen Thema: der GEBURTSLUST. Bei den meisten steigen jetzt wohl ??? auf. Kann ich verstehen. Ich hatte davon bis vor nicht allzu langer Zeit auch noch nichts gehört. Wie ich oben schon erwähnt hatte, war die erste Geburt sehr schlecht verlaufen und ich habe mich für die zweite mit Hypnobirthing vorbereitet. Ich hatte also schon im Kopf, dass es möglich ist eine schmerzfreie Geburt zu erleben. Fand ich zwar abgefahren nach meinen eigenen Erfahrungen bei der ersten, aber Ok. Als ich in der Austreibungsphase tiefenentspannt auf dem Gebärhocker saß und Kind 2 hinausatmete (das macht man beim Hypnobirthing so), war ich erst einmal erstaunt, als ich so etwas wie Lust empfand. Kann das sein?

Die Hebamme sagte ich könne mitschieben – ich dachte: die ist ja verrückt, dann geht es ja schneller vorbei. Ich fing an das langsame Herausgleiten des Kindes zu genießen. Bei der Geburt des Kopfes erlebte ich einen lustvoll-ekstatischen Orgasmus. Meine ersten Worte sagen wohl alles: „Ich könnte sofort wieder!“ Alle schauten mich völlig verdutzt an. Ich schwieg erstmal. In der folgenden Zeit informierte ich mich im Internet und stieß schließlich auf den Begriff: Geburtslust, den ich persönlich treffender finde, als Orgasmus. Ich fing nun an auch meinen engeren Freundinnen davon zu berichten – ich wusste ja jetzt, dass ich das nicht nur geträumt hatte :) - Fehler!!! Nun ging der Shitstorm los: „Du bist doch nur schmerzgeil.“, „Muss dein Mann dich schlagen?“, „Das ist doch krank.“, „So etwas gibt es nicht.“… Anderen war das Thema viel zu peinlich, um überhaupt noch was zu sagen.

Ich kann euch hier versichern, dass ich alles andere bin als schmerzgeil. Ich bin hochsensibel und zudem lange Schmerzpatientin gewesen. Und NEIN, Schmerzen sind NICHT geil oder lustvoll für mich, sondern einfach nur schmerzhaft. Wen das Thema jetzt doch gepackt hat oder wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie ich, dem empfehle ich folgende Seite: Meisterin der Geburt und das gleichnamige Buch von Jobina Schenk.  

 

Bildrechte: Anna

 

4. Was klickst du täglich im Internet an? Welche Blogs liest du gern und was denkst du über Blogger im Allgemeinen?

Facebook und Twitter werden schon täglich von mir besucht. Ansonsten lese ich außer eurem Blog noch andere, die sich  eher spezialisiert haben in ihren Themengebieten, wie z.B.  aufs Stillen (Langzeit- und Tandem-), Alleingeburt,  Hypnobirthing, Hausgeburt... Meine 3 Favoriten sind im Augenblick: Walgesangmitstorchenbiss, Geburt in Eigenregie und meine Traumgeburt. Ich finde, dass Bloggen eine tolle Möglichkeit ist, Themen, die einen Bewegen mit anderen Menschen zu teilen. Deshalb überlege ich schon länger, selbst mal einem Blog zu schreiben. Konnte mich bisher aber noch nicht dazu aufraffen. Vielleicht hört ihr 2016 ja was von mir :) … 

 

5. Welche aktuellen Themen sind dir total wichtig? Was regt dich richtig auf, positiv oder negativ? Hier kannst du mal ansprechen worauf du Bock hast!

Aktuell beschäftigt mich am meisten Roses Revolution am 25.November. Das ist der globale Tag gegen Gewalt in der Geburtshilfe. Ich selber wurde bei meinem ersten Kind Opfer und leide bis heute an den traumatischen Folgen. Mir ist es aber eine Herzensangelegenheit, dass dieses tabuisierte und so wichtige Thema mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wird. Als sichtbares Zeichen und in der Hoffnung, dass sich etwas ändert in der Einstellung der Verantwortlichen, legen Frauen an diesem Tag eine rosa Rose vor der Kreissaaltür nieder, hinter der sie Gewalt – physischer oder psychischer Natur – erfahren mussten. Einige legen zudem einem Brief dazu. Auch ich werde mich am 25. November auf die Reise machen. Erstmals allein. Ich hoffe, ich packe das. Drückt mir die Daumen!

 

Mehr von Anna

... findet ihr auf ihrem Twitter Profil @MotherBirth13

 

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