Mama muss loslassen... Wenn Kinder groß werden

Heute bin ich in ziemlich rührseliger Stimmung... "Genieß sie, solange sie noch klein ist!" ist ein Spruch, der mich lange Zeit genervt hat, aber allmählich kann ich ihn immer besser nachvollziehen. Gerade in der Schwangerschaft, wenn man sich mental auf ein Baby vorbereitet, kommt einem das ältere Kind so groß vor, dabei ist es gefühlt doch gerade erst geboren...

"Mama ich kann das" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Vom Schlafen im Familienbett und Klammerbabys

Ich hatte so ein richtiges Steinzeitbaby: bloß nicht ablegen sonst schreit es, auf garkeinen Fall alleine schlafen lassen, immer schön zusammen auf die Toilette gehen, am Besten mit Kind auf dem Schoß und so weiter - eine unendliche Liste. Während ich sah, wie bei anderen Müttern die Kinder (im Vergleich) im Rekordtempo selbstständiger wurden, hatte ich das Gefühl, mein Kind wird sich niemals abnabeln und immer ganz eng bei Mama sein wollen. Klar, einerseits ist es wahnsinnig anstrengend, aber andererseits ist es auch wunderschön, so eine Nähe zum Kind zu haben, eine Symbiose, die total natürlich und ursprünglich ist und wenn man sich darauf einlässt, auch gar nicht so quält. Natürlich konnte ich das nicht immer so sehen, denn die meiste Zeit war es einfach nur schwierig. Man muss sich fast komplett aufgeben, ständig das "Hilfs - Ich" des Babys sein - weit mehr als andere Mütter - und schlimmer noch ist das Gefühl, ob man nicht etwas falsch gemacht hat weil es bei anderen ja scheinbar so einfach läuft.

Versteht mich nicht falsch, ich bin keine Attachement Parenting - Predigerin, denn das war ein ganz natürlicher Prozess, der sich so ergeben hat, indem ich darauf gehört habe, was mein Kind möchte und teilweise auch meine Bequemlichkeit (Wieso soll ich mein Baby ewig brüllen lassen wenn es doch so gut bei mir schläft? Wieso Abstillen wenn die Brust die ultimative Geheimwaffe ist um das Kind zu beruhigen?). Ganz wichtig war und ist mir auch mein Bauchgefühl, und so musste ich feststellen, dass die Nähe nicht nur von meinem Baby gewünscht ist, sondern auch von mir: es erschien mir total falsch, sie weit weg schlafen zu lassen, denn ich selbst hatte dann eine Leere im Bauch vor Sehnsucht (im wahrsten Sinne des Wortes nach der Geburt). 

Ambivalente Mama - Gefühle, nicht nur in der Schwangerschaft

Ganz allmählich musste ich feststellen, dass ich begann, mich von dieser erwünschten Symbiose (so anstrengend sie war) zu lösen - emotional. Sozusagen parallel zur Entwicklung meiner Tochter, die ja auch immer besser ohne mich klar kam, wenn auch in anderen Dimensionen wie viele andere Kinder. Ja, auch Steinzeit - Klammer - Babys werden größer und selbstständiger, man glaubt es kaum! Entgegen aller Prophezeihungen, ich würde mein Kind kleinhalten und es würde nie von mir weg wollen, ist sie ein selbstbewusstes Mädchen geworden, die mir auch mal rotzig entgegenschleudert "Mama, geh weg!" wenn sie mit anderen spielen will. Eine die selbst entscheidet dass sie jetzt etwas kann und das mit einem Wutanfall durchsetzt und die mit ihrer besten Freundin einfach mal eine halbe Stunde im anderen Stockwerk verschwindet, um zu spielen. Oft höre ich jetzt genau von den Unken, was ich für ein liebes und selbstständiges Kind habe... komisch, oder? Wo sie doch eigentlich immernoch heulend an meinem Rockzipfel kleben sollte.

Natürlich ist das die eine Seite der Medaille, die andere ist, dass sie mit jedem Entwicklungsschritt eine fiese Regressionsphase hat und dann tage- oder wochenlang extrem klammert. Nichts geht mehr, höchstens mit Mama. Und Papa kann auch mal ganz weg bleiben. Dann heißt es stark sein, (aus)halten, geben. Ich weiß ja, es wird wieder besser. Trotzdem merke ich dann, dass ich sie gern loswerden würde, ganz weit wegrennen, mal eine Runde Schreien und dann etwas für mich tun, nur für mich alleine. Wie soll das werden, wenn ich noch ein Baby habe? (Betonung auf "noch eins".)

Und dann geht es doch so schnell

Gefühlt hat man immer noch die ganzen Traumata nicht verarbeitet - Geburt, diverse Krisen, Vereinbarkeitsversuche - und auf einmal stellt man fest, dass auch das eigene Baby langsam ein richtiges Kleinkind wird. Die ersten Anzeichen hat man natürlich frenetisch und mit einem Wahnsinns - Honigkuchenpferd - Stolz gefeiert, aber dann erwischt es einen hinterrücks und gemein: man ertappt sich beim sentimentalen Schniefen, dass das Baby doch eben erst geboren wurde und jetzt schon im eigenen Bett eingeschlafen ist. (Auch wenn es nur ans Familienbett angestellt ist - ein großer Schritt für uns!) Natürlich will man seine Kinder ziehen lassen, ihnen alles ermöglichen und ist so stolz, dass sie ihren Weg finden werden... aber ab und zu dürfen sie dann doch gerne klein bleiben...

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