Manchmal kann ich einfach nicht mehr

"Was ist denn los mit dir?" oder "Geht's dir gut?" höre ich in Phasen wie diesen öfters - meist in den Social Media. Lustigerweise sind da die Menschen nämlich deutlich interessierter als die im Real Life. Was los ist? Ach, eigentlich nichts Besonderes, aber manchmal kann ich einfach nicht mehr. Zu viel Streß, zu wenig Zeit für mich, keine Entlastung, schlichtweg Erschöpfung. Ein Zustand, den eigentlich fast jede Mama kennt - und den kaum einer würdigt. Schließlich bin ich ja nur zuhause bei den Kindern...
 
 
 
 

"Nur" Hausfrau und Mutter?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das so richtig belächelt wird. Ernst nehmen tun einen jedenfalls die wenigsten. Als ob das jetzt so chillig wäre, 24 Stunden mit den Kindern zu verbringen, ohne Me Time, ohne Pause, ohne Durchschlafen. Wenn ich wie früher 8 bis 10 Stunden schlafen könnte, ich wäre ein ganz anderer Mensch mit viel mehr Kraft! Aber so geht mein Tag von morgens bis spätabends; momentan geht die Große nur mit mir gemeinsam ins Bett und in der Nacht werde ich dann von der Kleinen mehrmals geweckt. Und am Morgen geht die Mühle wieder von vorne los.
 
Das wäre vielleicht nicht mal allzu schlimm, wenn da nicht die Entwicklungsschübe und das Zahnen wäre, das einem manchmal wochenlang jeden Tag verleidet. Da wird direkt nach dem Aufwachen gebrüllt und das mindestens stündlich wiederholt. Die Kleine klammert, lässt mich nichts alleine machen, will auch beim Kochen auf dem Arm bleiben. Puh! Haushalt machen ist richtig schwierig, wenn man nur einen Arm frei hat und ständig gehetzt wird, weil die Kinder einen einfordern, also bleibt der auch liegen und so fühlt es sich an, als würde das Chaos immer weiter anwachsen...
 

 

Wenn das Nervenkostüm blank liegt

Ja, an einigen Tagen, da bin ich nicht die Mutter die ich gern wäre. Aber immer perfekt sein, davon habe ich schon lange Abstand genommen. Schaff ich eh nicht. Es hatte sowas Erleichterndes, mir nicht mehr ständig den Spiegel vorzuhalten und mir darüber Gedanken zu machen, ob ich jetzt gut genug bin oder nah genug am Ideal. Unerzogen zum Beispiel - klingt super, aber ich flipp aus. Dann stehe ich lieber dazu, dass ich auch Grenzen habe, anstatt mir vorzulügen, es wäre trotzdem machbar, müsste machbar sein. (Damit meine ich nicht, dass es allen so geht oder gehen muss, ich rede nur von mir selbst!) Das hat auf jeden Fall schon mal einiges an Drive rausgenommen.
 
Aber es gibt einfach eine körperliche Grenze an Erträglichem, die irgendwann überschritten ist. Das merke ich immer daran, dass meine Migräne schlimmer wird. Momentan zwei Mal die Woche. Und noch mindestens ein  Mal starke Kopfschmerzen dazu. Uff. Und dann reagiert mein Körper mit extremer Müdigkeit - Schmerz aushalten macht sehr müde, aber es ist mittlerweile mehr. Meine Beine fühlen sich an wie Spaghetti, ich hab keine Energie mehr, mich eine Stunde mit den Kindern abzumühen, dass ich irgendwann nochmal rauskomme. (Bei uns flippt zum Beispiel die Große aus, sie möchte gerade am Liebsten gar nichts anziehen, und das ist ja nun nicht machbar. Im Endeffekt zieht sie sich immer wieder aus, weil ihr nichts zusagt, und alles verzögert und verlängert sich ins Unendliche.)
 
Dann bleib ich also morgens drin. Beim Kochen fühle ich mich so schwach, dass ich auf dem Hocker sitzen bleibe. Dann gibt es eben nur Brot. Zuhause sieht es aus wie Sau, aber Aufräumen mit einem greinenden Kleinkind am Hosenbein ist mir zu anstrengend. Dann lass ich eben alles liegen. Nicht mal zum Streiten hab ich noch Energie. Dann geh ich dem eben aus dem Weg. Ist das Burnout oder nur eine Phase? Ich hoffe einfach, dass endlich die verkackten Zähne bei der Kleinen durchbrechen und diese Entwicklungsschübe endlich mal durch sind. Ich merke ja, dass sie jeden Tag etwas anderes können. Das ist so cool, aber muss ich das alles alleine stemmen? Ja, ich muss. Es bleibt nichts anderes übrig. Wie bei so vielen anderen. Irgendwie geht es immer.
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