Mit Wehmut. Abschied vom Kinderwunsch

Ein letztes Mal gespült. 
Ein letztes Mal in den Sterilisator gepackt. 
Ein letztes Mal mit dem Handtuch poliert. 

 


Ordentlich in den Originalkarton verpackt, Rechnung beigelegt, Fotos gemacht und eingestellt. In weniger als fünf Stunden war die Philips-Milchpumpe verkauft - vielleicht ein Indiz dafür, dass der Preis zu niedrig war? Ich schleppte das Päckchen umgehend zur Post, bestätigte den Versand. Und stellte die Handmilchpumpe ebenfalls ein, das Brusternährungsset, das ich letztendlich nicht verwendet hatte. Einige weitere Artikel warten darauf, fotografiert und eingestellt zu werden. Der Abschied hat begonnen. Und er fällt mir so schwer. 

Während ein beträchtlicher Teil unseres Bekanntenkreises mit der Familienplanung nicht einmal angefangen hat, sind wir damit schon durch. Zwangsweise. Ich wollte immer drei Kinder, immer schon. Aber hier muss muss die Vernunft eine Entscheidung treffen, die das Herz kaum zu tragen vermag. 

Es wäre vielleicht leichter hinzunehmen, wenn ich zumindest mit einem Lächeln auf Schwangerschaft und Geburt zurückblicken könnte. Doch da gab es Nächte, in denen ich mich, völlig übermüdet, wach gehalten habe, die ganze Nacht hindurch - wenn der Blutverlust so hoch war und ich Angst hatte, morgens nicht mehr aufzuwachen. 

Sicher wäre es leichter hinzunehmen, wenn es eine Herzensentscheidung wäre und keine, die mir mein Gesundheitszustand diktiert. Aber meine beiden Kinder brauchen ihre Mutter, und eine weitere Schwangerschaft wäre glatter Selbstmord. 

Eine zweite Schwangerschaft, die gefühlt keine war, die viel zu früh endete; trotz aller Bemühungen keine Stillzeit (denn monatelange Abpumpen zählt für mich nicht als Stillzeit) und ziemlich viel Frust; und das war’s nun, da kommt nichts mehr. Sich nie wieder mit einem Schwangerschaftstest im Bad verschanzen. Nie wieder diese süssen kleinen Tritte spüren. Nie wieder ein kicherndes Baby stillen. 

Ich habe bislang keinen Weg gefunden, damit umzugehen. Ich meide Stillgruppen, Babygruppen, Mami-Blogs - alles, wo ständig über diese Themen gesprochen wird. Ich muss beim Anblick Schwangerer schlucken und schaue dann in eine andere Richtung, mit stillenden Müttern geht es mir ähnlich. Nicht weil ich (langes) Stillen befremdlich finde. Nur, weil ich so eifersüchtig bin und mein Herz so blutet. Das soll keiner sehen. Und deshalb wende ich mich ab. Und gehe. 

Und so hab ich heute schnell die Handmilchpumpe an den Käufer verschickt. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ich befürchte nur, dass das mehr ein Verdrängen ist denn ein Verarbeiten. Und das Gebilde irgendwann über meinem Kopf zusammenbricht. 

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