Mit Wehmut: meine zweite Tochter kriegt so wenig und gibt so viel

Ich schreibe so oft über meine große Tochter - schon immer war es irgendwie schwierig mit ihr, heftig, ein richtiges high need Baby und jetzt Kind. Aber die Kleine? Bis auf ihre drei Monate Bauchschmerzen, in denen ich mich natürlich hauptsächlich um sie kümmern musste, ist sie jetzt oft nebensächlich. Und das macht mich echt traurig. Auch die Liebe zu beiden fühlt sich nicht gleich an...

 

 

Die zweiten Kinder laufen so mit

Etwas, das (leider) stimmt. Letztens las ich einen zugebenenermaßen etwas überspitzten Text bei der Huffington Post: Brief an mein zweites Kind. Es tut mir leid. Die Autorin entschuldigt sich für all die Verfehlungen, die sie an ihrer jüngeren Tochter begangen hat, zum Beispiel dass all ihre Sachen second hand waren, dass sie Ungesundes essen darf damit sie kurz ruhig ist, dass sie im ersten Jahr nur Schlafanzüge tragen musste. Aber die Grundessenz stimmt, und auch ich möchte mich oft bei meiner Kleinen entschuldigen. Dafür, dass ich es oft ausnutze, dass sie so unproblematisch ist, dass ich mich dem Kind zuwende, das am Lautesten schreit (meistens nicht sie), dass ich mich gedanklich oft nicht bei ihr befinde, dass ich oft herumsurfe, wenn ich mal mit ihr zusammen bin, weil ich sonst keine MeTime habe. Und das alles, während die Große denkt, sie kommt immer zu kurz und einen ganz heftigen Eifersuchtskampf führt täglich...

 

Meine Jüngste ist so ein cooles Baby

Ich liebe sie so sehr, und ich finde sie so unendlich cool. Aber auch diese Gefühle sind immer mit Wehmut verknüpft, weil ich denke, ich bekomme sie nicht so mit. Und dann bin ich überrascht, wenn andere zu mir sagen, wie ausgeglichen und glücklich sie wirkt - denn ich habe ja gefühlt nicht so viel dazu beigetragen. Sie macht das alles von sich aus, ganz alleine. Sie übt so lange den herabschauenden Hund, bis sie in die Krabbelposition kommt, egal ob ich zuschaue oder nicht. Sie fummelt so lange unbeholfen an kleinen Gegenständen herum, bis sie sie in die Hand nehmen kann, gerade wenn es kein pädagogisch wertvolles Spielzeug ist. Sie krabbelt da hin, wo sie hin möchte, und sie übt stehen, auch ohne verzücktes Zurufen.

Mit unermüdlichem Einsatz und Freude spielt sie vor sich hin, während ihre müde Mama Kaffee in sich hinein schüttet und ihre große Schwester immer wieder ermahnt, der kleinen doch nicht weh zu tun. Sie liebt ihre Familienmitglieder mit einer so reinen Freude, dass man sie ihr einfach zurückgeben muss, egal wie viel Zeit man hat - oder im Fall ihrer Schwester, egal wie eifersüchtig man ist.

 

Die Liebe zum zweiten Kind ist anders

Ich weiß nicht, wie es anderen Eltern geht, aber auch ich behaupte immer, vor allem um mich selbst davon zu überzeugen, dass ich beide Kinder gleich lieb habe. Auf eine gewisse Weise stimmt es auch, ich liebe beide heiß und innig und (sorry Papa) sie kommen bei mir immer an erster Stelle. Aber ich liebe sie nicht auf die gleiche Art. Gleich viel vielleicht, aber anders. Es ist kompliziert. Mit der Großen war es so was wie die erste große Liebe, stürmisch, geprägt von Angst, etwas falsch zu machen, schwierig weil alles so schwierig war - die Schwangerschaft, dass sie ein high need Kind war und ist, die Reaktionen innerhalb der Familie.

Beim Zweiten ist alles anders, kaum einer mischt sich noch ein, die Schwangerschaft funktionierte irgendwie auch wenn ich vor Müdigkeit kaum denken konnte, die Geburt habe ich alleine hinbekommen, das Kennenlernen im Geburtshaus war ein absoluter Traum (und hat die Bindung massiv gestärkt) und ich war als Mama sicherer. Vieles lief eben auch automatisch gut, musste nicht mehr erkämpft werden. War nichts Besonderes mehr. Die Kleine ist dafür mehr ein Teil von mir, ist immer da, es ist einfach und stark, sie zu lieben, denn sie ist unkompliziert und ein echter Sonnenschein. 

Ich bin vielleicht auch ein wenig seltsam, weil mir das alles immer etwas ausmacht, aber es macht mich einfach traurig, weil ich den Anspruch habe, gleich zu geben, gleich zu lieben, dabei ist es denke ich auch angemessen, jedem Kind das zu geben, was es braucht (ansatzweise zumindest). Kein Kind ist gleich, also wieso den Anspruch haben, alles gleich zu machen? Ich hoffe einfach, dass später keins von beiden denkt, es wäre benachteiligt worden, oder zumindest einen fairen Blick auf mich richten kann. Denn Liebe habe ich mehr als genug für beide!

 

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