Aus Vätersicht: Diese 10 Anforderungen stelle ich an eine Mutter

Offen gesagt: Ich war schon sehr erstaunt über die Menge Menschen, die die „Anforderungen an einen Vater“ von meiner Frau gelesen und kommentiert haben, und ebenso über die Anzahl der Menschen, die meinen Kommentar darauf gelesen und kommentiert haben. Erstaunt deshalb, weil wir meines Erachtens nach nur Selbstverständlichkeiten aufgeschrieben haben – aber sie scheinen traurigerweise nicht selbstverständlich zu sein. Nach den Anforderungen an (werdende) Väter kontere ich heute mit den Anforderungen an die Mütter aus Vatersicht – natürlich wieder sehr persönlich.

 

"Auch als Papa hat man Anforderungen an seine Frau" - Bildrechte: 2KindChaos

 

1. Anerkennung

Genauso wie ich die Leistung meiner Frau anerkenne, erhoffe ich das umgekehrt auch. Ich übernehme gerne zumindest eins der Kinder, sofort, nachdem ich nach Hause gekommen bin, ich kümmere mich auch gerne ums Abendessen und ich stehe auch gerne nachts auf, um dem Baby ein Fläschchen zu machen, um es zu wickeln oder wieder in den Schlaf zu schaukeln. Ja, gut, zugegeben, manchmal mache ich es auch nicht gerne, aber ich mache es. Und ich stehe nach netto vier oder fünf Stunden Schlaf wieder auf, um meine Tochter morgens vor der Arbeit noch zur Tagesmutter zu bringen. Dass ich dass über Monate durchhalte, darauf bin ich – ganz unbescheiden – ziemlich stolz. Genauso wie ich auf meine Frau stolz bin, was sie für die Kinder, für mich und für unser Familienleben leistet. Aber ich bin froh, wenn ich ab und zu von meiner Partnerin höre, dass ich das auch toll mache.

 

2. Nachsicht

Manchmal hat der tolle Hecht auch Pause. Und dann vergisst er, der Tochter die Globuli gegen die Erkältung zu geben. Oder in der Wäsche fehlt der Bettbezug, der unbedingt hätte mitgewaschen werden sollen. Ja, das ist ärgerlich, weil eh schon so viel zu tun ist, dass das manchmal das Fass zum Überlaufen bringt. Aber ich tue mein Möglichstes. Und sofern es nichts Schlimmeres ist, ist es schön, wenn nicht gleich die ganze Welt zusammenbricht, sondern die beste aller Ehefrauen ein wenig Nachsicht walten lässt. Das hat jetzt auch nichts damit zu tun, dass ich ein Mann bin und nicht verstünde, dass solche Dinge wichtig sind. Sondern damit, dass ich vielleicht nicht ganz so sortiert bin wie meine Frau. Ich arbeite dran. Aber wenn trotzdem was schief geht, ja, dann freue ich mich, wenn ich ein „Ach, nicht so schlimm“ höre.

 

3. Mich auf meine Art machen lassen

Ich bin nicht die Mama (auch wenn meine Tochter manchmal anderes behauptet, ähem). Und ich mache Sachen halt anders als die Mama es macht. Ich ziehe den Strampelanzug anders an, ich mache das Bäuerchen mit dem Baby anders, ich tobe mit der Großen anders und schaukele die Kleine anders in den Schlaf. Manchmal habe ich vielleicht nicht die effektivste Art. Aber es ist die Papa-Art. Und falls sie nicht gerade schädlich für die Kinder ist (ja, ok, ohne Mütze bei 0 Grad raus ist dämlich, das habe ich dann auch gemerkt), sollte sie auch zugelassen werden.

 

4. Mich mit Plautze gut finden

Ja, ich habe zugenommen. Bei der ersten Schwangerschaft meiner Frau. Nach der Geburt unserer ersten Tochter. Bei der zweiten Schwangerschaft. Nach der Geburt der zweiten Tochter. Meine Frau störts nicht. Sagt sie jedenfalls. Ich finde es auch ok. Dass ich keinen Sport mehr mache, liegt ja auch nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe, meinen Hintern von der Couch wegzubewegen, sondern daran, dass ich abends und am Wochenende für die Familie da bin. Und beides geht eben nicht: Entweder Waschbrettbauch oder Pinguinpapa. Und wehe, ein Vater versucht mir jetzt zu beizubringen, dass beides geht. Nicht, wenn man ein chronisch krankes Kleinkind und ein weinendes Baby zu Hause hat und die Frau nicht vor die Hunde gehen soll.

 

5. Loyalität

Wir haben die letzten Jahre nur deshalb lebend überstanden, weil wir ein Team waren und uns sicher sein konnten, dass der/die andere hinter uns steht. Angriffe und unberechtigte Forderungen von außerhalb haben wir gemeinsam abgewehrt und es nicht zugelassen, uns auseinanderdividieren zu lassen. Diese unbedingte Loyalität ist eine tragende Säule unserer Partnerschaft. Ich gebe sie und  erwarte sie auch von meiner Frau – dazu gehört, dass sie mich gegenüber Dritten nicht schlecht macht und mich auch dann nach außen verteidigt, wenn sie nicht meiner Meinung ist. Wer dann wirklich Recht hat, das können wir unter uns klären.

 

6. Interesse

Natürlich stehen bei jungen Familien die Kinder im Vordergrund. Das muss so sein und hat oberste Priorität. Aber wenn ich nach einem langen, anstrengenden und vielleicht auch frustrierenden Arbeitstag nach Hause komme, freue ich mich, wenn sich meine Frau auch für das interessiert, was mich bewegt. Dass muss nicht sofort sein, und es ist vielleicht auch eher unangemessen, den Unmut über die falsche Schriftart auf meinem Dienstrechner genau dann anzusprechen, wenn meine Frau versucht, dass schreiende Baby zu beruhigen. Aber wenn im Laufe des Abends doch noch Ruhe einkehren sollte, ist es schön, wenn ich auch meinen Alltag ansprechen kann. Meine Frau tut das, und dass entlastet mich sehr.

 

7. Gönnen können

Ja, wir Männer haben es einfacher. Wir müssen die ganzen körperlichen Beeinträchtigungen oder sogar Beschwerden während der Schwangerschaft nicht ertragen. Wir müssen das Kind nicht zur Welt bringen. Und wir müssen oft nicht gleichzeitig zwei schreiende Kinder durch die Gegend tragen, weil wir stattdessen im Büro sitzen (so ist das zumindest im ersten Jahr ja oft). Ganz schön privilegiert, diese Situation. Dass unsere Frauen das alles durchstehen, dafür verdienen sie unseren höchsten Respekt. Aber es ist schön, wenn wir uns auch als Männer was Gutes tun dürfen. Einen Whisky am späten Abend zum Beispiel. Natürlich nur, wenn wir ihn uns auch verdient haben. Und wenn wir unserer Frau auch die Möglichkeit geben, sich etwas Gutes zu tun. Das Baby übernehmen, damit sie bloggen kann zum Beispiel. Oder Twittern. Im Gegenzug schmeckt dann der Whisky später umso besser, wenn die Frau sich mitfreut, dass er schmeckt.

 

8. Klarheit

Ich weiß, das ist ein heikler Punkt zwischen Männern und Frauen. Aber es ist tatsächlich so, dass ich, so viel Mühe ich mir gebe, zwischen den Zeilen zu lesen, manchmal Anspielungen einfach nicht verstehe. Klarheit in der Kommunikation hilft da. Das heißt nicht, dass ich im Haushalt nur das mache, wozu ich angewiesen werde (dazu gab es ja mal die entsprechende Blogger-Diskussion). Das heißt auch nicht, dass ich nicht selber mitdenke. Aber gerade wenn es schnell gehen muss, finde ich es super,  wenn meine Frau mir ein deutliches: „Schnuller. Jetzt!“ zuruft. Besser, als wenn da zu viel Raum für Interpretationen bleibt.

 

9. Liebe

Ja, auch wir Männer brauchen Liebe. Und es ist nicht einfach, wenn wir die auf einmal mit Kindern teilen müssen. Klar stehen die Kinder vorne an, ganz besonders, wenn sie noch klein sind. Sie brauchen die Liebe und die Liebesbekundungen viel mehr als ich, weil sie ja noch nicht das abstrakte Wissen haben, dass sie geliebt werden. Und trotzdem tut jede Umarmung, jedes „Ich liebe Dich“, jeder Kuss auch mir gut.

 

10. Sich sexy präsentieren

Wollte nur mal gucken, ob Ihr tatsächlich bis zum Ende lest. Nein, 10. ist Mama sein

Die erste 9 Punkte drehten sich ja eher um mich. Aber wenn ich über die Anforderungen an eine Mutter rede, dann muss als wichtigster Punkt das Mamasein genannt werden. Wenn wir Kinder zusammen haben, will ich das mit allem, was dazugehört. Auch wenn das bedeutet, dass wir als Paar zurückstecken müssen. Aber Kinder hat man eben nicht mal eben nebenbei. Ich erwarte von Vätern, dass sie das akzeptieren, und von Müttern auch. Den Müttern muss man das halt nur meistens nicht extra sagen. Und trotzdem gibt es da welche, die glauben, sie hätten das Anrecht, ihr  Leben von vorher weiterzuführen, und das auch ohne Rücksicht auf die Kinder durchziehen. Absolutes No go. Heißt nicht, dass das Leben nicht auch mit Kindern weitergeht. Aber eben anders. Manchmal sehr anders. Aber auf jeden Fall reicher.

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