Willkommen Nachwuchs oder das temporäre Ende einer Beziehung

Da war er nun, der neue Nachwuchs. Willkommen auf der Welt. Die Eltern voller Hoffnung, dass es ein einfaches Kind ist, eines der Sorte: Hinlegen und zufrieden sein. Aber um euch direkt die Pointe dieser Geschichte zu nehmen, natürlich ist es nicht so. 
 
 
 
 
 
Es kam wie es kommen musste: Ein Kind, dass sich nicht weglegen liess, dass gefühlt alle 15 Minuten an die Brust wollte, ein Kind, dass sich 3 Monate lang mit Koliken rumquält und alle anderen im Hause an der Belastungsgrenzen bringt. Ein Kind, dass unter die Kategorie „Gedeihkind“ fällt, sprich: Es spuckt die Hälfte des Essens frohgemut wieder über jede Schulter, die gerade für das Bäuerchen vorhanden ist, bei man man sich eh sowieso auch richtig schwer tut.
 
Wie es so kommen muss, bleibt so ziemlich alles auf der Strecke bei einem Kind, dass weder alleine schlafen, sitzen, liegen, spielen, gucken oder sonst etwas will: die Menschen im Haus gehen am Stock und wissen weder ein noch aus. 
Wenn man dazu dann noch Vollzeit bzw. Teilzeit arbeitet, ist die Geduld ja noch einmal näher dem Ende, wobei man die Erholung einiger Stunden nerviger Klienten am Telefon nicht unterschätzen darf. 
 
Somit dreht sich das Beziehungsleben nur noch um „wer geht zuerst duschen“, „wer hält das Kind beim essen“ (wenn man überhaupt dazu kommt), wer ist genervt und wer noch genervter und macht den anderen von der Seite an, wie kann man einkaufen gehen, wie viel futtert das Kind, muss man eine 2. Flasche für den 30 Minuten Einkauf vorbereiten, Flasche vs. Stillen, Pampers vs. dm Windeln vs. Stoffwindeln, Tragen vs. Kinderwagen, Ergobaby vs. Manduca vs Tragetuch, Wickeltechnik a vs. Wickeltechnik b, etc. Ihr wisst sicher, worauf ich hinauswill. Alles dreht sich ums Kind. Beziehung? Nichts da. Keine Zeit, zu müde, gerade vollgekotzt, beim Stillen eingeschlafen, Kind kräht, auf dem Sofa eingepennt, etc. 
 
So ist das Leben. Das tägliche Mantra und Devise der nächsten Monate ist sicher: „Es ist alles nur eine Phase, es geht vobei“. Ich sehe ein Ende. Irgendwann, wenn das Kind eine Universität besuchen wird. Oder eventuell etwas später. Ab 25 darf man sie rauswerfen, bis dahin muss das Kind endlich selber essen und trocken sein. Und die eigene Kotze selber wegmachen.  
 
Zusammengefasst: Nie wieder diese Entscheidung. Ich habe da keine Lust mehr drauf und bin am Ende meiner Familienplanung. Ich glaube, der Entschluss steht fest, viel daran zu rütteln ist nicht. 
 
Ich hoffe, dass die Zeit vorübergeht, ohne dass die Beziehung wirklich den Bach runtergeht. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal Freude an dem kotzendem Etwas habe, ich hoffe sehr, dass das Kind irgendwann so selbstständig ist, dass keiner mehr am laufenden Meter mit dem Kind durch die Bude rennen muss, weil sonst nie Ruhe ist. Ich hoffe wirklich, wieder Mensch zu sein, und nicht mehr nur Ernährungs- und Fäkalexperte bei Kleinkindern. 
 
Aber nun, ich habe mir das selber eingebrockt, nun gebe ich alles, dass das irgendwie auch läuft. Das bin ich dem Wurm schuldig. Wobei ich ihm auch schuldig bin, die Notbremse zu ziehen, wenn es eben nicht mehr geht.
 
 
Ein Papa, anonym
Mein #WIB: Gammeln, Shoppen & Freunde treffen
Schnell und easy kochen mit Kindern? Wir testen di...

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