Papa kann's besser: Das mit dem Haushalt

Max / Die gute Kinderstube

Wenn es einen Grund gibt warum sich Frauen und Männer, Mütter und Väter scheiden lassen, dann ist dieser im Haushalt zu suchen. Oder ist es der Haushalt selbst? Verdammt noch mal. Es kann doch nicht so schwer sein. Männer kämpfen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen sollten dann bitte auch Haushalt und Kinderbetreuung vereinbaren können.

 

 

Ohne Scheiß.

Ich weiß nicht was daran so schwierig sein soll? Man sagt doch immer Frauen seien Multitaskingfähig. Ich stehe morgens früh auf. Ok, nicht so früh denn ich muß meistens erst um 09.00 Uhr im Büro sein. Ich stehe also auf wenn La Perla, die Schnubbe und der Schupp noch fröhlich vor sich hin schlafen. Verbringe dann meine Zeit auf der Arbeit mit mal mehr, mal weniger Arbeitsbelastung. Nach einem mal mehr, mal weniger ereignisreichen Tag setze ich mich ins Auto und fahre wieder nach Hause.

Wir haben ein großes Haus. Ich will nicht prahlen, es ist zur Miete und wir hatte furchtbares Glück mit unserem Vermieter der uns die Bude zu einem Spottpreis überlies. Ich denke wir haben den Mietspiegel kräftig nach unten gedrückt. Aber egal, zurück zum Thema. Das Haus. Groß! Viele Zimmer, große Küche und ich ein Ordnungsfanatiker. Ja genau, ich liebe es wenn alles an seinem Platz ist. Meine Kinder laufen diesem Wunsch diametral zuwider.

Ich komme also nach Hause und freue mich nach einem stressigen Tag voller Unordnung auf der Arbeit auf einen ruhigen Ausklang zu Hause. Innerlich habe ich die Werbung aus den 50ern im Kopf. Die Frau begrüsst mich adrett gekleidet und aufgebretzelt im Flur. Die Bude? Tip Top in Ordnung. Zeit für die Kinder, Zeit für mich. Einer bringt halt die Kohle ins Haus, der andere..? Naja, hat halt die Kinder. ICH war ja schon arbeiten! Und dann?

 

Die Realität.

Ich schließe selbst auf und mich erwartet...? Sagen wir mal so: Nicht das Bild aus der Werbung. Küche, Wohnzimmer oder Bad sind nicht sauber. Benutzte Teller auf der Anrichte ÜBER der Spülmaschine. Ja warum denn nicht noch einen Schritt weitergehen und das Zeug IN die Maschine räumen. Überall Spielzeug. Ich fühle mich wie bei den Marines im Kampftraining. Reifen auf dem Boden und dann fröhlich durchgehopst. Spieldecke hier, fieser Lego-Stein dort. Ihr kennt das.

Erstmal die Familie begrüßen, großes Hallo und so. Papa ist zu Hause. Doch es wird nicht gespielt. Ich stelle mich dem Chaos (in diesem Fall der Küche, könnte aber auch jedes andere Zimmer sein). Extra laut werden dann die Teller in die Spülmaschine gestellt, Anrichte abgewischt und dann noch „schnell“ die Töpfe gespült. Dauer: Max. 10 Minuten. Siehste? Ging schnell. Geht doch!?

Ich weiß was jetzt kommt. „Ja, bekommst du es denn besser hin“, fragt ihr bestimmt (Hier der Cheauvi-Part): Ja, das tue ich. Lass die Dame mal einen Tag aus dem Haus sein. Ich schaffe das. OK, aufwachen, kuscheln, raus aus dem Bett, ich gehe Duschen, die Schnubbe hört Hörbuch auf dem Telefon. Ich bin angezogen, jetzt ist die Kleene dran. Will sich nicht anziehen lassen. Ok, kein Bock auf Streiterei. Im Schlafanzug an den Frühstückstisch. In die Küche, Tisch decken, Schnubbe will spielen. Geht jetzt gerade nicht, ich mache Frühstück. Es wird gefrühstückt. Alle satt.

„Papa, können wir jetzt spielen?“ - „Kleinen Moment“, ich räume gerade noch schnell auf. OK, schon 11.00 Uhr, keine Ahnung wo die Zeit hin ist. Bei mir war sie nicht. Dann mit der Tochter gespielt. Meine innere Uhr tickt. Zeitplan für den Tag ist im Kopf. Einkaufen! Aber vorher, checken was gebraucht wird, Einkaufszettel schreiben und die Tochter muss ja auch noch angezogen werden. Also Klamotten geholt, Gezeter geht jetzt los. Die Kleene will sich nicht umziehen. Wir einigen uns auf eine frische Unterhose und Hose. Oberteil bleibt Schlafanzug.

Schon 12.00 Uhr. Verdammte Sch…! WO IST DIE ZEIT? Ins Auto, zum Supermarkt, einkaufen, den ganzen Scheiß mit samt der Tochter zum Auto schleppen. Wieder nach Hause. Kurz spielen, Snack für die Kleine machen. Sie hat Hunger. Dann rauf zur Wäsche, denn irgendwie müssen auch wieder saubere Klamotten in den Schrank. Hmm, es müsste auch noch wenigstens ein bisschen gesaugt werden. Das Tochterkind mault, will beschäftigt werden. Kann ja helfen, also saugt sie!

Was sich am Anfang noch mit Begeisterung als Adventure verkaufen lässt, wird dann doch recht schnell Bock-langweilig. Ok, ich mache das gerade noch fertig. „Gehe schon mal ins Kinderzimmer vor, ich komme gleich“. Schnell fertig gesaugt, ab ins Kinderzimmer. Nachdem wir gerade in den Flow des Spieles gekommen sind muss ich auch schon wieder unterbrechen.Das Abendessen wartet. Ab in die Küche. 

Die Schnubbe kommt mit. Kann mir sogar inzwischen helfen. Gemüse schneiden etwa, Reis waschen, Butter in die Pfanne geben. Das macht doch Spaß oder? Ich weiß auch nicht wirklich warum die Perle lieber alleine kocht. "Nee, nee. Die Karotten kommen in die Schale, nicht auf den Boden." Währenddessen mache ich den restlichen Kram. Tisch decken.

La Perla kommt nach Hause. „Siehste alles sauber! Alles ordentlich“, sage ich untermalt mit einem hämischen Lächeln. Ich bin halt einfach die bessere Hausfrau! Wir essen, dann bringt die Perle die Kinder in Bett. Das klappt bei mir nicht oft. Ist aber ein anders Thema. In der Zwischenzeit räume ich die Küche auf. Sauber. Feierabend. Ich lasse mich vom Tag gezeichnet auf die Couch fallen. Das. War. Wirklich. Anstrengend. Aber ich habe es geschafft. Die Bude ist picko-bello.

Ich fühle mich gut. 

Bääm, haste es der Alten gezeigt! 

Doch am Ende kommt die Einsicht. Wirklich bewusst Zeit habe ich mit meiner Tochter nicht verbracht. Sie lief halt nebenher. 

Ich denke es ist für sie nicht schlimm aber wahrscheinlich auch nicht schön gewesen. Jetzt kann man sich natürlich fragen ob es immer schön sein muss. Es gibt halt Sachen die gemacht werden müssen. Aber man kann sowohl die Prioritätenliste als auch den Zeitpunkt der Erfüllung flexibel gestalten. Und den Tag verbrachte ich jetzt nur mit einem Kind. Der Kleine war mit der Muddi unterwegs.

 

Was auffällt:

Kinder kosten Zeit und das meine ich an dieser Stelle ganz und gar nicht wertend. Wenn man sich auf das Spielen mit Ihnen einlässt vergehen mal schwupp-di-wupp 2 Stunden. Meine Tochter will mir Sachen zeigen, sich beschäftigten und verstanden fühlen. Ich soll ihr Dinge zeigen und erklären. Ich kann sie nicht einfach so weg legen und ihr einen Knister-Elefanten in die Hand drücken. Sie pennt auch nicht mehr die Hälfte des Tages. Im besten Falle pennt sie gar nicht, sonst fliegt mir/uns der Abend um die Ohren. Sie war auch nicht krank…! Dann sieht der Tag auch anders aus.

Kleinlaut muss ich zugeben: Kinder betreuen und den Haushalt gleichzeitig schmeißen ist ein tougher Job. Und tief im Herzen bin ich froh das ich nicht derjenige bin, der diese Aufgabe zu Hause tagtäglich erfüllen darf. Da gilt es eine gewisse Empathie und Wertschätzung für den Job des jeweils anderen aufzubieten. In stressigen Zeiten kann man diese Wertschätzung leicht verlieren, ist mir auch schon passiert.

„Jeder tut sein Bestes um den Wahnsinn und die Maschinerie Familie am Laufen zu halten“, sage ich mir. Nur im Team kommt man ohne Melt-Down durch den Tag. Ein Ordnungsfanatiker bleibe ich trotzdem. Die bessere Hausfrau sowieso ;-) Und das dreckige Geschirr AUF der Anrichte ÜBER der Spülmaschine zwickt mich immer noch. Aber es können nicht alle so perfekt sein wie ich.

Wir haben jetzt eine Putzfrau....

 

Und? Wie sieht es bei euch aus? Alles Friede, Freude, Eierkuchen was den Haushalt angeht?

 

Lasst' et krachen!

Euer Karachow.

 
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Mein #WIB: Großelternaction und ganz viel Draußen

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