Stillen? Das nächste Kind kommt mir nicht mehr an die Brust

Seit neun Monaten stille ich meine Tochter. Und in vielen Situationen der letzten Monate wurde mir eines immer wieder klar: Mein nächstes Baby möchte ich nicht mehr stillen. Warum du es dir auch noch einmal überlegen solltest, werde ich dir hier mal ganz genau schildern.

 
Bildrechte: Mamagogik
 

10 Gründe warum ich mein nächstes Baby nicht stillen werde

1. die ersten Tage sind die Hölle. Das Baby nuckelt friedlich an deiner Brust und du hast das Gefühl ein blutgieriger Piranha hängt an deiner Milchtheke. Vor jedem Anlegen krallst du dich tief ins Stillkissen und beißt dir vor Schmerzen in die Lippe. Irgendwann hört es auf, aber bis dahin gehst du durch die Hölle.

2. du gehst durch den Supermarkt und plötzlich wunderst du dich, warum dich alle anschauen. Du schaust an dir hinunter und bemerkst den dicken Milchfleck, der ziemlich genau anzeigt, wo sich dein Vorhof befindet. Es ist nass und du wünschst dir, du hättest die Strickjacke heute doch noch drüber gezogen.
 
3. die Zeiten in denen du dich wie eine Lady gefühlt hast, sind definitiv vorbei. Beim Duschen benutzt du unpafümiertes Duschgel und deine Eau de Toilette Sammlung  verstaubt im Regal, aus Angst, dass das Baby von dem Duft verwirrt wird und dich nicht mehr erkennt. Also läufst du nicht nur mit Kotzflecken auf dem T-Shirt herum, du riechst auch danach.
 
4. das Baby schläft endlich und dein Mann möchte die Gunst der Stunde nutzen und mit dir Zärtlichkeiten austauschen. Du kriegst klaustrophobische Gedanken, weil dir schon wieder jemand an die Wäsche will, dabei warst du gerade froh, deinen Körper mal 5 Minuten für dich zu haben.
 
5. Spätestens wenn du mit der Milchpumpe in der Ecke sitzt fühlst du dich wie eine Milchkuh, nur viel weniger ergiebig. Vorbei ist die Zeit in denen du deine Brust als erotische Rundungen angesehen hast. Jetzt bist du ein Muttertier, das sich ständig fragt, ob es produktiv genug ist.
 
6. Am Anfang fühlst du dich gut, weil du unersetzlich bist. Du bist diejenige die ihr Kind ernährt und ohne dich und das weiße Gold läuft nichts. Während der ersten Cluster-feeding-Phase, wenn du dir den Hintern vom Stillen platt sitzt oder liegst, und deine Nippel wund genuckelt sind, du dich fragst, wann dein Baby dich das nächste Mal duschen gehen lässt, dann beneidest du die Flaschen-Mamis und ihre anpassungsfähigen Kinder.
 
7. Stillkinder lieben den engen Hautkontakt und hassen oftmals Schnuller, Flaschensauger und alles was dich auch nur für einen kurzen Augenblick ersetzen könnte. Alle sagen du sollst froh sein, so musst du deinem Kind den Schnuller nicht wieder abgewöhnen. Du aber lachst nervös in dich hinein, weil du dich fragst, ob diese Menschen wohl dein Kind heute ins Bett bringen werden, damit du seit Monaten mal wieder abends Feierabend haben kannst.
 
8. In der Schwangerschaft musstest du schon auf viele Leckerbissen verzichten und auch heute überlegst du fünfmal ob die eine oder andere Mahlzeit wirklich einnehmen möchtest. Ein wunder Baby-Po, Durchfall oder Blähungen warten an der nächsten Ecke bereits auf dein Baby. Und somit auch auf dich, wenn du nun schwach wirst und dich deinen Essgelüsten hingibst.
 
9. Deine Garderobe besteht nur noch aus Hemden, Blusen, weiten T-Shirts und Stilltops. Dein Lieblingskleid hängt nun schon seit einiger Zeit ganz hinten im Schrank, weil es im Décolleté keine Knöpfe hat. Auf der anderen Seit sieht jeder Pullover, jedes Shirt und jedes Oberteil mit hohem Ausschnitt unvorteilhaft aus, weil dein Atombusen deinem Spiegelbild suggeriert, dass du 20 Kilo zu viel drauf hast.
 
10. In den Tagen in denen dir die Milch einschießt schaust du auf deinen Busen und findest ihn prall und irgendwie sexy. Sobald du dein Kind allerdings nur noch abends zum Einschlafen stillst, siehst du, dass die Stillzeit deinen sexy Vorbau etwas sehr beansprucht hat. Ohne BH gehst du sicher nicht mehr aus dem Haus und du verfluchst den Kerl, der die Schwerkraft entdeckt hat.
 
 
Und dann bist du in der Stadt unterwegs und machst mit deinem Baby ein paar Einkäufe und es bekommt Hunger. Du suchst das nächste Café auf und ziehst dich in eine ruhige Ecke zurück. Wo andere Frauen nun mit Milchpulver und heißem Wasser hantieren müssen, während das Baby im Gesicht schon ganz rot vor Ungeduld wird, hebst du dein Shirt hoch und dockst das Baby im Nullkommanix an. Innerhalb weniger Sekunden schaust du in dein zufriedenes Baby, das selig seine Milch trinkt, während es mit seinen zarten Fingerchen deine Hand umklammert. Du bemerkst, dass dir die Füße vom vielen Laufen in der Stadt schmerzen und bist plötzlich froh diese kleine Zwangspause machen zu können. 
 
Als dein Baby einschläft und du ihm zärtlich über das Gesicht streichst, möchtest du auf genau diesen Moment niemals verzichten. Und ich bin mir sicher: auch das nächste Baby werde ich stillen!

 

 
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