Vom Mobbing und Selbsthass. Der Weg zu meinem #Mutterkörper

Wie so vielen Mädchen war mir meine Figur immer wichtig, schon in der Grundschule gab es Gespräche über die Figur – und als Teenager war es sozusagen Lebensgrundlage. Bescheuert eigentlich. Die Mode und die Gesellschaft diktierte schon immer ihriges hinzu. Und als Mutter? Viele Frauen geben sich auf, andere werden erst recht zum Sport – Guru. Und ich? Meine Gedanken zum Mutterkörper.

 

 

Danke Mobbing. Wirklich wohl gefühlt hab ich mich nie in meinem Körper

Ziemlich traurig eigentlich, diese Erkenntnis. Ich erinnere mich noch daran wie meine Kinderärztin mir an den Bauch griff, daran herumschwabbelte und mich streng ermahnte, nicht so viel zu essen. Auch meine Mutter bekam diese Ermahnung umfangreich mitgeteilt. Keine Ahnung wie alt ich war, auf jeden Fall wusste ich schon in der Grundschule dass ich ein wenig zu dick bin. Auch andere Kinder wiesen mich immer wieder darauf hin. In dem Alter hatte ich einen kleinen Bauchansatz.

Als junger Teenager war ich schlank, und doch kam es mir so vor, als hätte ich den fettesten Körper in der Klasse. Warum? Weil ich gemobbt wurde. Weil ich nicht cool genug war, nicht witzig genug, nicht trendig genug. Und weil ich einfach da war. Immer wenn ich aufstand, ging ein Raunen durch die Klasse: schaut euch mal den fetten Arsch an. Guckt mal, wie scheiße die aussieht. Ieh, die stinkt. Die ist ja so uncool. Und dann hört sie auch noch Rammstein, die ist bestimmt ein Nazi. So ging es weiter, ihr habt sicher eine Vorstellung.

Als älterer Teenager war ich dann vollends unsicher und hatte eine Essstörung. Ich habe morgens ein Snickers gegessen und das war es dann. Meine Eltern haben das nicht mitbekommen weil ich die meiste Zeit nicht zuhause war, oder sie waren arbeiten. Manchmal habe ich auch abends was gegessen und dann ausgekotzt. Dafür habe ich ne Menge Zigaretten geraucht und das hat auch satt gemacht. Ich war nur noch ein Strich in der Landschaft und hatte immer noch das Gefühl, mega fett zu sein.

Als junge Erwachsene war das dann kein Problem mehr, weil ich mittlerweile ziemlich schlagfertig war und meine Skills als Grufti und (sozusagen) Abschaum der Gesellschaft gefeilt habe. Verrückterweise habe ich auch noch Sozialpädagogik studiert, ich wollte mir irgendwie selbst beweisen, dass die Menschheit nicht nur scheiße ist und habe mich mit Freuden auf schwierige Kinder und Jugendliche gestürzt – und siehe da, sie waren gutherzige und vor allem unsichere Menschen, so wie ich. Aber das ist ein anderes Thema. Mein Körper war mal sehr schlank, mal etwas rundlich, je nach dem wie gut es mir ging und wie viel Sport ich gemacht habe. Gut gefühlt hab ich mich trotzdem nie, aber es war nicht mehr mein Lebensinhalt.

 

Mutter werden und sich vom Körper verabschieden

Ich höre jetzt wieder die Massen aufschreien. Als Mutter darf man sich nicht über den Körper beschweren, man hat froh und dankbar für das Kind zu sein, manche kriegen nämlich gar keins oder kein gesundes. Als Mutter hat man sich wahlweise zusammenzureißen und sich gediegene Mode zu kaufen und einen flotten Kurzhaarschnitt zuzulegen ODER man hat etwas aus sich zu machen, ins Fitneßstudio zu gehen, sich nicht so gehen zu lassen, schließlich ist man ja noch Frau. Kenn ich alles. Ist ja auch nicht total verkehrt. Aber was mache ich, wenn es sich leider nicht so einfach anfühlt?

Es tut mir sehr leid, ich kann aber nicht sagen, dass es mir nichts ausmacht, meine Figur ruiniert zu haben. Und es hilft mir nicht, wenn jetzt einige sagen, dass aber andere noch dicker sind oder schlimmer aussehen oder dass ich nicht undankbar sein soll. Ich kann nichts dagegen tun. Die meiste Zeit ist es mir auch egal, wie ich aussehe, aber nicht weil ich mich abgefunden habe sondern weil ich schlicht keine Zeit habe und genug andere Probleme, als in den Spiegel zu schauen. Oder mich zu ärgern, dass ich mir andere Hosen kaufen muss. Und vor allem andere Tshirts, welche ohne Rollbraten – Faktor.

Tut mir wirklich leid, vor allem für euch, denen ich nicht erzählen kann wie schön alles geworden ist und wie wenig es mir ausmacht.  Das einzige was ich tun kann ist, mich darüber lustig zu machen, mich damit anzufreunden und somit als eine Stärke anzunehmen. Siehe auch mein letztes Video – da denkt ihr vermutlich nicht, diese Frau hat aber bestimmt ein Problem mit ihrem Mutterkörper. Doch, hat sie. Und jetzt hat sie es gesagt.

 

 

 

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade Schöne Mütter von Das frühe Vogerl. Ein schöneres Fazit als ich hat übigens Alina von Liebling, ich blogge jetzt gefunden und mich übrigens auch ermutigt das hier zu schreiben, danke an der Stelle für deinen Mut.

Wie seh ich eigentlich aus? Mein #Mutterkörper
Bedtime Stories - hier spricht das Familienbett

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