Von der Liebe

Mit 15 habe ich geglaubt in meinem Alter verheiratet zu sein. Ich wollte eine Familie. So richtig. Stattdessen bin ich Single und habe ein Kind. Ich hatte Beziehungen in denen ich viel über mich und das andere Geschlecht gelernt habe. Ich bin verletzt worden. Zweimal so stark, dass ich geglaubt habe es geht nicht mehr weiter. Ich mag allein sein nicht. Ich bin allein. Nachts und am Tag. Ich will das nicht. Ich brauche eine Schulter, einen Verbündeten und jemanden zum Lachen.

 

 

Ich hab es aufgegeben daran zu glauben jemals wieder Glück zu haben. Ich habe es aufgeben zu glauben, dass irgendwann jemand für mich da ist. Dass ich abends auf jemanden warten kann, den Tag besprechen kann und meine Sorgen teilen kann. Ich bin neidische auf alle Paare,  ich bin neidisch auf Hochzeiten und neidisch auf Schwangere. Und warum? Weil ich mich so alleine fühle. Weil ich das alles nicht haben kann.

Und dann passiert es. Du tauchst auf. Unverhofft. Wir kennen uns und kennen uns nicht. Schnell muss ich oft und viel an dich denken will mich dir mitteilen. Aber ich weiss nicht ob es dir auch so geht. Ich fühle mich nicht verstanden, zu wenig beachtet und bin trotzdem einsam. Du fragst nicht wie es mir geht, was in mir vorgeht, warum ich so traurig bin. Ich will dir alles sagen, ich muss dir alles sagen. Warum willst du das nicht wissen?

Ich sitze Stunden vor meinem Handy und starre es an. Warte auf eine Nachricht von dir. Doch sie kommt nicht. Ich habe Angst offen mit dir zu sprechen. Dich zu überfordern und mich zu überfordern. Ich will mit dir lachen, mit dir weinen, dir nah sein. Du bist mir so fern. Und ich? Ich bin alleine. Ich weine. Bin nachdenklich. Ich will meinen Kopf abschalten, kann es aber nicht. Was ist das zwischen uns? Ist es mehr? Ist es weniger? Kann ich dir mein Ich zumuten? Will ich dir mein Ich zumuten?

Wenn ich an dich denke kribbelt mein Bauch, meine Augen fangen an zu glänzen. Ich will es nicht verbocken. Das jetzt nicht gegen die Wand fahren. Aber ich glaube es ist zu spät. Ich glaube wir sind uns nicht nah genug. Ich glaube ich bin dir zu viel. Zu viel Last, zu viel Anspruch. Ich fühle mich wie mit 15. Ich bin ahnungslos, betäubt und ängstlich. Ich will mehr. Ich will dich. Ich möchte neben dir einschlafen und mich geborgen fühlen. Es ist zu früh über all das zu sprechen. Aber es ist zu spät um es zu vergessen.

Denkst du an mich? Fühlst du mich? Bin ich dir zu viel? Wie geht es weiter? Hab ich was falsch gemacht? Heute kann ich nur weinen. Ich komme mit der Situation nicht klar. Nicht zu wissen was das ist, wie es weitergeht. Sag es mir. Ich will dich nicht unter Druck setzen. Genau das ist das wovor ich so Angst habe, dir das Gefühl zu geben zu viel zu fordern. Ich will langsam weitergehen. Aber eben nicht alleine sondern mit dir zusammen.

 

Dieser Text ist für dich, fühl dich angesprochen.  

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