Wassergeburt: it’s not so easy

Frauen haben eine romantisierte Vorstellung von Wassergeburten? Oder haben Krankenhäuser Marketing-Strategien, in denen die Bevormundung der Mütter bereits angelegt ist? Esme berichtet von ihrer Erfahrung mit der Wassergeburt (kein Geburtsbericht!) und darüber, wie subtil die Bevormundung von Gebärenden im Krankenhaus sein kann.

 

Wasser entspannt Körper und Geist

 

Ich bin echt kein Wassertyp

Als Baby habe ich beim Babyschwimmen nur geschrien wie am Spieß, mein Seepferdchen erreichte ich als allerletzte in meiner Klasse, Schwimmbäder meide ich und am Strand gehe ich nur baden, wenn es echt heiß ist. Ich bade eigentlich nie in unserer Wanne, weil ich spätestens nach 5 Minuten hibbelig werde und raus möchte. Deshalb habe ich vor der Schwangerschaft nicht gedacht, dass eine Wassergeburt für mich interessant wäre. (Esme = Duschtyp)

 

Esmes unerwartete Liebe zum Wasser

Als ich schwanger war, änderte sich meine Beziehung zum Baden in der Badewanne vollständig. Sehr oft lag ich in der Wanne, bis meine Hände und Füße ganz schrumpelig waren. Mit zunehmender Schwangerschaft, badete ich immer häufiger und so wurde es für mich zur Option während der Geburt möglichst lange in der Wanne bleiben zu können. Das gewählte Krankenhaus hat 2 wunderschöne Kreißsäle mit Geburtswanne und bei der Geburtsanmeldung gab ich an, dass ich mich für die Wassergeburt interessiere.

 

Die Geburt: Ins Wasser gefallen?

Als die Geburt dann losging, blieb ich Zuhause in der Wanne, bis wir zur Klinik fahren mussten. Dort angekommen sagte ich sofort, dass ich wieder in die Wanne will. Die Hebammen Schülerin fragte nach, ob das Wassergeburt-CTG funktioniert, gab grünes Licht und ich wurde in den entsprechenden Kreißsaal gebracht. Es musste dann erst die Ärztin zum Ultraschall kommen. Ich wollte so schnell wie möglich wieder in die Wanne, musste aber auf die Ärztin warten.

Ärztin und Hebamme wurde während der Untersuchung klar, dass die Geburt schon sehr weit fortgeschritten war. Man ließ mich und meinen Mann allein. Kurze Zeit später kam die Hebamme zurück und sagte mir die Schülerin hätte sich vertan, das Wassergeburt-CTG sei immer noch defekt. Man würde mich in einen anderen Kreißsaal verlegen und dort die normale Wanne bereits für mich vorbereiten.

Ich war echte stinksauer, aber es war zu spät irgendwas zu tun. Ich lag so lange in der Wanne, wie es ohne CTG zu verantworten war (ca. 1 Stunde) und musste dann raus. Die letzte Phase der Geburt ging direkt im Anschluss los. Ich wäre jedoch sehr sehr gern noch länger im Wasser geblieben.

 

Nachwehen

Später recherchierte ich im Internet und fand heraus, dass etliche andere Frauen in diesem Krankenhaus auch diese Erfahrung gemacht hatten: Das Wassergeburt-CTG war kaputt. Scheinbar ein sehr anfälliges Gerät. *husthusthust*

Da mein Kind unbedingt sehen wollte, wo es geboren wurde, waren wir zum Tag der offenen Tür an der Geburtsstation dieses Krankenhauses. Wir stellten uns auch in die Schlage zur Kreißsaal-Besichtigung. Ich unterhielt mich mit einer Schwangeren, die bereits einige Geburtsstationen besichtigt hatte. Sie erzählte mir, ihre Hebamme hätte gesagt, dass zwar die meisten Geburtsstationen ein Geburtsbecken hätten, jedoch das Personal häufig über wenig bis keine Erfahrung mit Wassergeburten verfüge und diese deswegen den Gebärenden ausreden würden. Die junge Frau fragte deshalb bei ihren Keißsall-Besichtigungen immer, wie viel Erfahrung sie dort mit Wassergeburten hätten, wie viele sie im Schnitt pro Jahr durchführen. Ich erzählte von meiner Geburtserfahrung und sie sagte: “Ja, im Notfall ist dann wohl immer dieses CTG kaputt.” Da mein Geburtsverlauf damals schon weit fortgeschritten war, hätten sie wohl keine Zeit mehr gehabt mir die Wassergeburt auszureden.

Wir wurden schließlich gemeinsam in den Kreißsaal zur Besichtigung geführt und die besagte Schwangere fragte, wie viele Wassergeburten sie pro Jahr durchführen. Der PR Mensch reagierte wie folgt:

 

 

Kurz danach besichtigten wir noch den Kreißsaal mit Geburtswanne und dort erklärte eine Gynäkologin den Interessierten relativ ausführlich, warum es in der Geburtswanne nicht so toll ist, wie die Schwangeren sich das vorstellen. Ich war danach sehr verärgert!

 

 

Ich finde der Wunsch der Schwangeren nach einer Wassergeburt ist legitim. Wenn es sich im Verlauf der Geburt anders entwickelt, dann ist das so und das ist vollkommen okay. Mit seiner Reaktion auf die Frage der Schwangeren hat der PR Mitarbeiter ihren Wunsch nach einer selbstbestimmten Geburt nicht respektiert. Ich hatte den Eindruck, dass sie dort bereits beim Tag der offenen Tür mit dem Ausreden der Wassergeburt beginnen.

Insgesamt ist das kein transparenter Umgang mit den Optionen, die den Gebärenden im Krankenhaus offen stehen, sondern eine Art von Marketingstrategie, die die Manipulation der Patientinnen aka Kundinnen beinhaltet.

 

 

Und jetzt frage ich Euch:

Wer von Euch hatte eine Wassergeburt? Wie lief es ab?

Hatten manche von Euch ähnliche Erfahrungen, wie ich?

Was können wir tun, um die Krankenhäuser bezüglich ihrer realen Möglichkeiten der Geburtshilfe zu mehr Transparenz zu verpflichten?

 

Übelste Beschimpfungen, die endlich mal rausmüssen...
An alle kleinen Blogs da draußen - weniger fordern...

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