Wie seh ich eigentlich aus? Mein #Mutterkörper

Komischerweise fällt mir erst so viel Positives ein. So viel Dankbarkeit. Und das macht mir Mut. Mir fällt ein, dass mein Körper an seine Grenzen gegangen ist und geht, damit es meinen Kindern gut geht. Ich denke an meine Haut am Bauch, die sich so wahnsinnig gedehnt hat, um zweimal ein Baby in meinem Bauch zu beherbergen.

 

 

Ich denke an meine Brüste, in denen Milch ist, von der ein Mensch leben kann, theoretisch sogar mehrere.

Ich bin mit meinen Brüsten, fangen wir damit mal an, schon immer unzufrieden. Erst seitdem ich das erste Mal gestillt habe, fühle ich diese unglaubliche Wertschätzung. Diesen wahnsinnigen Stolz. Ganz unabhängig davon, wie sie aussehen. Das ist schön, denn so ein inniges Körpergefühl, damit meine ich: von innen, hatte ich selten, allerdings immer regelmäßig direkt nach dem Sport. (Ich bin nur überhaupt kein Disziplin-Typ, sondern kann Sport nur aus unmittelbarem Genuss machen.)

Natürlich passt mir ungefähr keine Hose mehr von vor der ersten oder zweiten Schwangerschaft. Ich hab mir aber neue gekauft und die alten einfach ein bisschen vergessen. Es ist zu ätzend, immer nicht reinzupassen. Ok, hautenge Shirts sehen auch kacke aus. Ja. Dann halt andere.

Heute sagte meine Tochter: „Mama, Du bist eine Giraffe!“ Und noch bevor sie sagen konnte „Ich hab Giraffen-Futter für Dich, und ich bin eine Baby-Giraffe“, kamen die Erinnerungen hoch, als ich in der Schule als Giraffe gehänselt wurde. Groß, dünn, keine Kurven. Wir machten ein Programm mit Sachen, die viele Kalorien haben. Natürlich bekam ich davon nicht anständig Hüfte und Taille, sondern setzte an den bescheuerten Stellen an wie heute noch. Schon damals pflanzte mir meine Mutter ein, ich müsse aber nun mal aufpassen, und (beim gemeinsamen Shoppen) dass mir nichts stehe, weil meine Proportionen einfach nicht stimmten. Das hat gesessen. (Sie selbst hat übrigens dieselben Proportionen – danke auch.)

Der suboptimale Körper nervt mal mehr und mal weniger. Einmal, ein Jahr vor der ersten Schwangerschaft, hab ich echt ein Programm gemacht und fand mich super, hab mich so wohl gefühlt in meinem Körper. Heute undenkbar. Heute brauche ich die Disziplin dafür, nicht auszurasten, wenn die Tochter auf die Pizza spuckt, oder um das Baby nicht fallen zu lassen, obwohl längst alle Muskeln versagen.

Als meine erste Tochter geboren wurde, war es auch körperlich über so lange Zeit so anstrengend, dass ich 20 Kilo abgenommen habe. Ich war wirklich sehr dünn. Neulich habe ich Fotos gesehen. Ich sah scheiße aus. Dünn ist nicht alles. Dünn ist ungefähr nichts wert, wenn der Rest nicht stimmt. 

Mein Körper als Mutter ist vor allem eines: verschlissen. So fühlt es sich an. Keine Reserven, Verschleiß an immer wieder denselben Stellen mit immer wieder derselben Belastung. Mein Körper ist unwichtig. Er muss mitlaufen. Er muss einfach funktionieren. Er bekommt keine Aufmerksamkeit, und wenn doch, dann denk ich lieber schnell an was Anderes. Meine Haare sehen scheiße aus, ich bin ungeschminkt, fast immer (und bei mir macht Schminke sehr viel aus), obwohl ich, seit ich 15 war oder so, nicht einen Tag ungeschminkt aus dem Haus gegangen bin. Man darf einfach nicht so drüber nachdenken. Auch nicht darüber, wie unvorteilhaft sich der Bauch vorwölbt, wenn man sich wieder schief wie ein Fragezeichen mit Kindern auf dem Arm bewegt. Man kommt allerdings auch nicht dazu. Weil das Kind gerade in die Pizza spuckt.

Ich sehe (bis auf das Ungepflegte, Ungestylte und bis auf die Falten) gar nicht so viel anders aus als in meiner Vormama-Zeit, körperlich gesehen. Es ist nur alles, was vorher nicht ganz so optimal war, etwas deutlicher. Besenreißer z. B. fallen auf trainierten, gebräunten Beinen nicht so auf. Auf weißen, unrasierten umso mehr.

Zuviel auf Taille und Bauch lässt sich durch geschickte Kleidung und vor allem eine gute Haltung gut kaschieren. Mit Baby/Kind auf dem Arm, dass das T-Shirt spannt und man den Bauch rausstreckt, weil man nicht auch noch die Kraft hat, um ihn einzuziehen, fällt das aber voll auf.

Am besten, man besorgt sich ein gut aussehendes Ava und bleibt ansonsten anonym. Dann geht’s. So, ich geh mal stillen.

 

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade Schöne Mütter von Das frühe Vogerl.

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