Dream on: Bucket List von Mo

Ja, auch Mamas dürfen noch Träume haben. Dazu gibt es bis zum 30. Oktober noch eine Blogparade bei Raise and Shine. Ich dachte, ich hab dazu nix zu sagen. Hab ich aber doch. Dream on!
 
"Irgendwann zieh ich sowieso nach Wien." Mo, 2001,
 
 
Neulich noch las ich in einer Buchhandlung in ein Buch rein, Richtung „Simplify your life“, und auf der Seite, die ich aufschlug, stand sinngemäß: „Vergessen Sie Bucket Lists! Sie sind auch nur eine Form von To-do-Listen.“ Und ich dachte: Ja, genau! Und dann las ich neulich den ins Mark gehende Text „Das vermisste Gefühl" von der Perlenmama und gerade eben die Bucket List von Mother Birth, die sie in einem Moment schrieb, der der denkbar ungünstigste für jegliche Realisierung von Lebensträumen ist (mit Ausnahme meines Punktes 5). Die Botschaft, die bei mir ankam, war: Jetzt erst recht! Und das hat mich angesteckt. Also, Mo Zart proudly presents: Lebensträume.
 

1. Kommune

Ja, das wäre mein größter Traum: In einer Kommune mit so Leuten wie Euch leben. Mit Menschen in ähnlichen Familiensituationen, mit ähnlichen Einstellungen zu Kindern und zum Leben. Ich bin sehr konventionell aufgewachsen (Hochhaus übrigens). Meine Eltern waren immer hippieunverdächtig. Ich selbst bin eher spießig, dachte ich immer. Totale Offenheit wäre mir persönlich zu viel. Ich brauche Geborgenheit in meiner kleinen Familieneinheit und einen Rückzugs- und Schutzraum. Aber Tür aufmachen, und Ihr wärd da, das wärs. Irgendwer wäre immer im Garten. Oder im Riesenwohnzimmer. Oder irgendwo da halt. Keine Hunderte von Kilometern fahren müssen. Die Nähe zueinander. Alle auf einem Hof oder so. Selbstverständlich muss die Kommune in der Nähe unseres wunderbaren Kindergartens sein. Das ist das Schwierige daran.
 

2. Wirkliche Familienzeit

Mein Traum wäre, frei von Zwängen, die Arbeitssituation von Karl und mir der Familie anzupassen. Wir arbeiten prinzipiell beide gerne. Nur zu Hause wäre für mich nichts. Aber ich würde gern nur ein bisschen arbeiten, vielleicht so drei Vormittage oder so. Und Karl ähnlich. So, dass wir außerhalb des Wochenendes auch mal einen etwas entspannteren Alltag hätten. Unseren Rhythmus. Ohne ständige Maximaloptimierung.
 

3. In Wien leben

Wien war bei mir vor 16 Jahren Liebe auf den ersten Blick. Ich war schon sehr oft für jeweils sehr kurz da und ein paarmal für wenige Tage. Bevor ich Kinder bekam, war klar: Mindestens einmal im Jahr muss ich nach Wien. Das ist für mich eine Tankstelle. Das ist so ein Gefühl, das ich nicht genau beschreiben kann. Es stand immer mal im Raum, nach Wien zu ziehen. Vielleicht müssen wir das einfach mal machen. Wenn es blöd ist, kommen wir halt zurück.
 

4. Afrika

Ich muss unbedingt noch mal nach Afrika. Entsprechend meinen komplizierten Bedingungen für einen Sommerurlaub (Sommerferien, zuverlässig warm, aber nicht zu heiß, nicht überlaufen und auf keinen Fall Mücken) haben wir im Jahr 2010 mal den Tipp bekommen, auf die Kapverden zu reisen. Die Insel Boa Vista entsprach den klimatischen Vorgaben, war damals fast noch ein Geheimtipp. Sie war auch toll. Aber womit wir nicht gerechnet haben, war, wie sehr uns der Menschenschlag umhauen würde. Sie trafen uns mitten ins Herz. Und ich muss dahin zurück.
 
 
Strand auf Boa Vista
Ja ok, die Strände sind auch nicht so schlecht. Mist, schon wieder so voll am Strand!

 

5. Geborgene Geburt

Wir wünschen uns ein drittes Kind. Und dieses Kind möchte ich gerne in einer geborgenen Umgebung bekommen, ausschließlich mit empathischen Menschen, die mich und meine Familie mit Respekt, Wertschätzung und Würde behandeln. Ich möchte gern einmal einen schönen Start mit Baby haben. Am liebsten wäre mir eine Geburt zu Hause, wo mir niemand mein Kind wegnehmen kann, wo es keine Körperverletzung gibt, wo keine seelischen Wunden gerissen werden. Wo möglichen Schwierigkeiten behutsam begegnet wird. #ausgründen
 

6. Arbeiten mit tollen Leuten

Schon kurz nach unserem Kennenlernen vor zehn Jahren träumten Karl und ich, beide beruflich im kommunikativen Metier zu Hause, davon, gemeinsam zu arbeiten. Bis heute besprechen wir vieles, was uns jeweils einzeln beruflich betrifft, miteinander, holen uns Rat. Wir ticken ähnlich, kennen die jeweiligen Stärken und Schwächen des anderen (beruflich gesehen), ergänzen einander unglaublich gut und begegnen uns mit Wertschätzung. Ja, viele warnen davor, gemeinsam zu arbeiten. Für uns wäre es toll. Wir sahen die Nulpen an unseren Arbeitsorten und sagten so Dinge wie: „Ach, wenn DU da wärst anstelle von XY!“ Es weitete sich aus, Karl blödelte rum und erfand einen Namen für unser Projekt: „Textschmiede Amboss“. Dann fiel uns auf, dass wir unglaublich gute Leute kennen, einzelne, verstreut, die fachlich exzellent und menschlich toll sind. Wir selbst machen Texte, hätten zwei Grafiker und zwei Fotografen an der Hand, zwei Social-Media-Affine, PRler, ja, selbst eine, die Akquise besonders gut kann und gerne macht. Es wäre ein Traum. Und selbstverständlich hätten wir einen Süßigkeitenautomaten im Büro. Und Kleinkindbetreuung.
 

7. Altbauwohnung mit Terrasse oder Garten

Schnaaaarch, ja. Aber ich träume davon. Wir haben uns in Altbauwohnungen immer mehr zu Hause gefühlt. Aber es gibt kaum welche mit Balkonen und schon gar nicht mit Terrasse oder kleinem Garten (soll ja keine Arbeit machen). Und wenn, dann nur absolut unbezahlbar. Aber ich träume davon. Irgendwann finden wir vielleicht eine. Oder es hat sich erledigt, siehe Punkt 1.
 

8. Ein gutes Körpergefühl entwickeln

Während ich die Hand aus der Chipstüte ziehe und die Krümel von der Tastatur puste, gebe ich Euch natürlich ein Stück weit Recht: Ernähr dich vernünftiger, beweg dich mehr, und du wirst es automatisch bekommen. Ja, das stimmt. Ich bin aber nicht bereit, so viel Disziplin dafür zu üben. Das bin ich einfach nicht. Ich bin zu großen Dingen fähig, und damit verbunden kann ich auch Disziplin halten. Aber nicht als dauerhafte lebensbegleitende Maßnahme. Ich möchte eher ein positives Körpergefühl entwickeln unabhängig davon, ob ich heute nur Mist gefressen habe oder ob ich brav dreimal die Woche beim Sport war. Ich möchte mich gut und richtig finden unabhängig davon, ob die Hand in der Chipstüte war oder nicht. Ich möchte das so, wie meine (Zweit-)Hebamme Steffi es hat. Die aus irgendeinem Grund, den die Ärzte nicht finden, bei einer Ernährung und Bewegung, die nicht besser sein könnte, eine Figur hat wie jemand, der oder die eher unkontrolliert den ganzen Tag Chips isst. (Möglicherweise hat das mit einer Essstörung im Jugendlichenalter zu tun. Aber es gibt keine schulmedizinisch anerkannten Zusammenhänge.) An so einer verdammten Ungerechtigkeit, an der man trotz Disziplin nichts ändern kann, kann man verzweifeln. Sie aber hat irgendwann beschlossen, stattdessen zu denken: „Pfff, dann kauf ich mir eben noch n paar Kleider und bin wie ich bin.“ Und genau das strahlt (im wahrsten Sinne des Wortes) sie auch aus. Die Ernährung ist übrigens trotzdem unverändert. Einfach weil sie sich gut damit fühlt.
 

9. Oslo mit Kindern

Was als Mama-Auszeit bei einer Freundin gedacht war, war schön. Aber es verlangt nach einer Wiederholung mit meiner kleinen Familie. Ich würde gern all das Schöne mit Karl teilen, und ich würde gern dieses kinderfreundliche Land mit Kindern besuchen. Ich stelle mir vor, dass wir bis Kiel mit dem Auto fahren (ein Treffen mit Mother Birth und Familie, wenn wir schon mal da oben sind, wäre aus meiner Sicht, unbedingt notwendig) und von dort mit der Fähre übersetzen. Mit Übernachtung auf dem Schiff. Da werde ich selbst wieder zum Kind. Wie schön muss das denn sein! Und dann alles noch mal zusammen anschauen, sich treiben lassen und meine Freunde besuchen.

10. Marokko

Marokko steht schon ewig f meiner Liste. Schon vor den Kindern und selbst vor Karl. Ich hab nicht wirklich Ahnung, es ist mehr so ein diffuses Gefühl, das mich da hinzieht. Ich mag Urlaube zum Staunen. Und Entspannen. Die inspirieren und mich mit Schönem auftanken. Die Düfte der Gewürze. Die Farben. Die Bauwerke. Keine Angst vor großen Gesten. Während unserer Hochzeitsreise nach Andalusien haben wir vor allem die maurischen Einflüsse bewundert, bestaunt, die Schönheit aufgesogen. Wenn Granada schon der Hammer war, wie müssen dann erst die marokkanischen Königsstädte sein? Ehrlich gesagt, würde ich das lieber ohne Kinder machen. Ich mag nicht gern mit geteilter Aufmerksamkeit staunen.
 

11. Und Rom!

Einmal Romantikurlaub mit Karl bitte. Ich war 1996 und 1997 dort. Karl und ich wollten das 2010 zusammen machen. Dann kam ein Todesfall dazwischen. Dann die erste Schwangerschaft. Und so weiter.
 

12. Passende Anziehsachen

Seitdem ich 14 bin und meine Mutter beim Shoppengehen den Satz in mein Gehirn einbrannte: „Ich weiß nicht, das sieht alles irgendwie bei dir nicht aus, bei dir stimmen die Proportionen nicht“, träume ich von Anziehsachen, die mir wirklich passen und die mir kein Defizitgefühl geben. Als ich älter wurde, konkretisierte sich dieser Wunsch auf eine maßgeschneiderte Hose (das war eine wesentliche Antriebskraft, nähen zu lernen, die Hose habe ich allerdings immer noch nicht, dafür bin ich zu sehr Anfängerin), und inzwischen wünsche ich mir einen maßgeschneiderten Anzug. Einen, der passt und in dem ich mich nicht verkleidet fühle. Hätte ich einfach mal gerne. Wenn ich mich spießig anziehen muss, will ich wenigstens unspießig dabei aussehen und mich wohlfühlen. Ein Anzug, bei dem nicht die Schultern zu breit, die Taille zu eng, die Hüfte zu weit und die Hosenbeine zu kurz sind. Ein Anzug aus einem hammermäßigen Stoff (Stretch-Samt? Glanz-Jersey?) in einer hammermäßigen Farbe mit einem hammermäßigen Muster. Mo-mäßig halt. Oder wie Maple neulich sagte: „Mama, ich hab Dir ein Bild gemalt. Extra mit deinen Lieblingsfarben: schwarz und bunt.“
Dieses Jahr wird es anders! Ich verschicke wunders...
Pasta mit Spinat (vegan und glutenfrei)

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