Wenn Mama nur noch versagen kann. Meine 15 größten Verfehlungen

Irgendwie traurig, aber andererseits ist dieser Beitrag auch mit einem gewaltigen sarkastischen Augenzwinkern zu lesen. Ich möchte euch daran teilhaben lassen, wieso ich als Neu - Mama eine einzige Schleife des Versagens kreiert habe, vor allem in den Augen der anderen. Ich möchte nicht mit dem Finger auf Einzelne zeigen, denn viele Kritikpunkte haben sich überschnitten und betreffen nicht nur Verwandte, Bekannte und Kollegen sondern auch mal Fremde auf der Straße...

 

"Nichts wird so sehr unter die Lupe genommen wie die Mutter-Kind-Beziehung" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Diese 15 Dinge habe ich als Mama so richtig falsch gemacht

1. Falsche Ernährung: in der Schwangerschaft habe ich mich vegan ernährt und somit massiv das Leben des Ungeborenen gefährdet. Es hätte ja kleinwüchsig und von verminderter Intelligenz werden können.

 

2. Nicht den Papa geheiratet: offenbar ist es so üblich oder immer noch von gesellschaftlicher Bedeutung, keine Bastarde in die Welt zu setzen. Immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen da mit Unglauben und Kopfschütteln reagieren - dabei wollte ich nur nicht um der Sache willen geheiratet werden.

 

3. Nicht sämtliche Ratschläge befolgt: ihr kennt das ja, in der Schwangerschaft mutiert eine Frau zu einem Allgemeingut. Jeder hat etwas zu sagen, und zwar eine ganze Menge davon. Leider widersprechen sich viele Aussagen, und so macht man es automatisch irgendwem unrecht.

 

4. Kein gebärfähiger Körper: ich musste doch tatsächlich liegen in der ersten Schwangerschaft. Bestimmt habe ich da irgendetwas falsch gemacht oder vielleicht auch einen genetischen Defekt, der daran Schuld war, dass mein Körper mein Baby zu früh abstossen wollte.

 

5. Mich nicht über die Besucher gefreut und auch nicht oft genug eingeladen: ganz schweres Verbrechen. Immerhin ist man ab dem Zeitpunkt der Geburt erst recht Allgemeingut, vor allem aber der kleinen Sonnenschein, den man geboren hat. Und den darf man doch wohl nicht der Welt vorenthalten? Eben! Also munter alles und jeden eingeladen und das Baby herumgereicht wie geschnitten Brot. Und das bitte so oft wie möglich. Bloß keine Anzeichen von Erschöpfung zeigen, denn das will auch niemand sehen - eine Mutter hat sich zu freuen, und zwar auch über den Schlafmangel, sie hat es ja so gewollt.

 

6. Nicht richtig gestillt: auch hier gehen die Meinungen so weit auseinander wie ein amerikanischer Highway. Dem einen ist der zeitliche Abstand wichtig, dem anderen das Zufüttern (nur für den Fall dass man nicht genug Milch hat. Und wer hat das schon? Eben!). Auf jeden Fall war es absoluter Wahnsinn, wie so ein Busen jedes Tischgespräch dominieren kann und die rotangelaufenen mütterlichen Wangen dabei ignoriert werden können. Komisch dass niemand über etwaige Dammrisse, Wochenbettfluss oder Hormonschwankungen reden möchte. Wär doch mal was für's nächste Kind?

 

7. Das Kind nicht getauft: Ok, das interessiert jetzt nicht wirklich jeden, aber doch mehr als man so denken mag. Die meisten Supermuttis lassen taufen, einfach weil das Ritual so schön ist. Gehört irgendwie dazu. Und die religiöseren Verwandten drehen ein wenig am Rädchen, weil sie offenbar nun die seelische Verdammnis des neuen Familienmitgliedes in Kauf nehmen müssen. Ich Rabenmutter!

 

8. Nicht hygienisch genug: schlimm genug, dass ich meine beiden Kater nicht ausgesetzt habe, sie laufen auch noch über Babydecken und verteilen ihre Haare überall. Aber dann auch noch nicht sofort jedes neue Spielzeug sterilisieren, vielleicht sogar noch nicht mal abwaschen? Aus dem Kind kann ja nichts anderes werden als ein hyperallergener Ärztetourist!

 

9. Mit Leben und Tod gespielt: Oh jaaaa! Stichwort Familienbett. Alle wissen Bescheid, ne? Was sein sollte: Extrabettchen ohne Nest, am Besten irgendein Pucksack damit das Kind sich bloß nicht umdrehen kann. Das hab ich gemacht: Kind bei mir auf dem Bauch pennen lassen, später neben mir und zwar unter meiner Decke. Aber Entwarnung, es lebt noch und es ist schon zwei Jahre alt. Puh!!

 

10. Nicht zum Autofahren gezwungen: gut in Erinnerung geblieben ist mir der Spruch "Meine Kinder haben viel mehr geschrien als deins, aber wir sind trotzdem alle Leute besuchen gekommen und in den Urlaub gefahren. Man muss auch als Eltern mal Prioritäten setzen!" Das sitzt wie eine schallende Ohrfeige im Jungmama - Gesicht und brennt sich durch die Monate hindurch gut ein. Abgesehen davon dass die Betreffende nie wissen konnte, wie sehr mein Kind das Autofahren gehasst hat (und immernoch hasst, auch wenn es jetzt bis zu einer halben Stunde gutgehen kann) brachte ich es nie über mich, mehrere Stunden Kindesmisshandlung zu betreiben. Der Papa zum Glück auch nicht.

 

11. Mit Tragen verwöhnt: absolut bescheuert von uns, hätten wir doch von Anfang an auf die Hebamme gehört, die schon meinte, das Baby müsse sich an den Kinderwagen gewöhnen und nötigenfalls auch schreien, sonst wird das nie was. Was soll ich sagen, es ist nie etwas geworden. Bis heute will das verwöhnte Blag auf den Arm - selbst Schuld! Nur weil wir es mal wieder nicht ausgehalten haben, das Kind ewig schreien und kotzen zu lassen...

 

12. Mit Liebe verwöhnt: Sofort trösten wenn es weint? Dann fängt der kleine Manipulator doch direkt an, das als emotionale Erpressung einzusetzen. Nicht schimpfen und schon gar nicht züchtigen? Das kann ja nur ein kleiner Tyrann werden! Seltsamerweise kann ich jetzt, zwei Jahre später, über ein sehr empathisches und liebevolles Kind berichten - aber das hat bestimmt nur was mit den Genen zu tun, kann ja auch Zufall sein. Oder es kommt dann später raus. Im Kindergarten oder der Pubertät.

 

13. Mit dem Essen spielen lassen: Ein No Go für viele Vorzeige - Eltern. Ein Kind muss sich direkt an die Tischordnung gewöhnen, im besten Fall auch mit Beikoststart. Schön das Kind festschnallen und den Löffel reinschieben. Später dann direkt jegliches Fehlverhalten korrigieren, frei nach dem Motto "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Dieses Baby Led Weaning führte bei uns zu einem absoluten hygienischen Desaster und auch heute, wo das Kleinkind gut am Tisch mitisst, bleibt es nur so lange sitzen, wie es essen will und kann auch gern mal mit Gabel und Löffel Rollenspiel betreiben und Essen über den Tisch spucken. Vermutlich wird sie später einen Neanderthaler heiraten müssen.

 

14. Nicht selbstständig werden lassen: Kaum ist das Baby da, muss man als Mutter so viele Kurse wie möglich mitnehmen, denn nur so wird ein Kind selbstständig und kann sich frühzeitig ablösen. Noch besser ist da natürlich Fremdbetreuung: direkt bei einer Vertrauensperson nächtigen lassen, schnell in die KiTa geben und im Konfliktfall mit anderen nicht eingreifen oder trösten, das muss alles gelernt werden. Man muss den Nachwuchs schließlich für den Kindergarten und das weitere Leben abhärten! Anders wird das nichts... also, totally failed in diesem Punkt!

 

15. Zu sehr geklammert: etwas, das ich bis heute vollsten Herzens falsch mache. Ich habe mir ein Mutterkind herangezogen, das völlig auf mich fixiert ist (liegt sicher auch am langen Stillen) und nicht mal einen einfachen Ganztagesausflug mit dem Papa allein hinbekommt. Man könnte auch fast sagen, ich hätte sie ihm entfremdet und an mich gebunden. Sieht er zum Glück nicht so... aber aus Punkt 14 wird somit auch nie etwas. 

 

 

Dieser Blogbeitrag ist Teil der Blogparade #geschichtenvomscheitern vom Grosse Köpfe Blog.

 
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