Vereinbarkeit im Homeoffice? Nur wenn Mama Extraschichten einlegt

Jetzt arbeite ich seit knapp einem Jahr im Homeoffice, soll heißen, selbstständig und auf Gewerbeschein. Das ist natürlich ganz schön wow, vor allem weil ich manchmal immer noch nicht glauben kann, dass ich das alleine hinbekommen habe (mit der Unterstützung meiner lieben Mitautoren natürlich, aber die meisten Texte und die Social Media und das Lektorieren, Bildbearbeiten, Texte einstellen mache ich alles). Aber es erfordert auch ein tägliches daran Arbeiten, und es ist oft schwierig, im Alltag (und im Vergleich zum angestellten Papa) nicht unterzugehen.
 
 
 
 

Bis man mit dem Bloggen Geld verdient, dauert es eine lange Vorlaufzeit

Ich bekomme ab und an Emails, in denen ich gefragt werde - "Wie hast du das geschafft, dass du Geld mit dem Blog verdienst? Ich will das auch. Ich will auch bei meinen Kindern bleiben können." Dann muss ich (leider) antworten: du, so einfach wie es klingt, ist es nicht. Man muss täglich Arbeit investieren. Und das oft ein paar Monate oder Jahre, bis wirklich ein Kooperationspartner Geld bezahlen will. (Produkte bekommt man oft auch früher.)
 
Ich habe auch lange für Taschengeld gearbeitet - und erst nach 1,5 Jahren habe ich mich getraut, das beruflich zu machen. Und es ist immer noch nicht mega viel. Sorry. Es ist weder glamourös noch einfach. Und man muss viel machen, für das man nicht bezahlt wird. Soll heißen, man muss es gerne machen, sonst wird das nichts. Man muss bloggen, weil man gerne bloggt, nicht, weil man die schnelle Kohle machen will. Solche Blogs gibt es nämlich wie Sand am Meer, sie sind langweilig und austauschbar und werden auch keine große Reichweite bekommen. 
 
 

Für das Bloggen muss man sich Zeit schaffen, die man eigentlich nicht hat

Irgendwann hatte ich mal einen Beitrag geschrieben, wie so ein Tag bei mir aussehen kann. Aber ganz ehrlich, kein Tag ist wie der andere. Ich bin zum Beispiel früher oft vor den Kindern aufgestanden, um zumindest die Social Media zu "bedienen" und auch mal einen Artikel zu schreiben, aber mittlerweile steht meine Jüngste dann eben auch mit auf. Und die hat leider keine Lust, alleine zu spielen, damit ich daneben tippen kann. Manchmal mache ich sogar, oh ich Rabenmutter, den Kindern ein paar Videos an, damit ich ein paar Emails beantworten oder ein Telefonat führen kann.
 
Aber meist warte ich mit dem Homeofficegedöns, bis der Papa da ist. Und der freut sich auch richtig, wenn er heim kommt und ich völlig genervt an den Computer renne und ihm die muffligen Kinder aufdrücke. Nicht. Also versuche ich es am späteren Abend, aber da bin ich leider auch oft müde, und wenn der Papa mit den Kindern alleine spielt (dammit, die gehen ja auch erst mit mir ins Bett), dann heulen sie auch oft abwechselnd und ich muss sie trösten. Also arbeite ich immer portionsweise. Für meine bezahlten Aufträge (alle 1 - 2 Wochen) brauche ich natürlich mehr Zeit, da geht dann mindestens ein halbes Wochenende für drauf. Ich will da ja auch gute Arbeit machen und Texte mit Mehrwert verfassen. Meine Kooperationen sind immer mit Storytelling geschrieben.
 
 

Und der Papa so: sorry, ich muss arbeiten

Manchmal frustriert mich das enorm. Klar, der Mann hat einen verantwortungsvollen Job im betreuten Wohnen, da fallen oft Notfälle oder Extraaufgaben an. Und Menschen kann man nicht ad acta legen. Aber trotzdem habe ich so immer das Gefühl, ein Arbeiter zweiter Klasse zu sein. Meine Arbeit kann ja warten, also ist sie nicht so wichtig. Oder so. Und weil ich ja viel für den Blog mache, für das ich nicht bezahlt werde, sieht es halt auch nicht immer nach Arbeit aus. ("Ach du surfst ja nur auf Facebook?")  
 
Alles, was ich für den Blog mache, ist aber im Endeffekt notwendig. Denn ohne Interaktion keine Kooperationen. Es zählt also zum Home Office. Und so richtig unfair finde ich es, wenn ich meine Abgabefristen einhalten muss und keiner unterstützt mich. Ich würde auch gern einen Familientag machen, aber ich muss mich erst eine Runde mit dem Papa streiten, dass er mal wieder was allein mit den Kindern machen soll, damit ich arbeiten kann. Und wenn ich nun Angestellte wäre, mit festen Arbeitszeiten? Dann würde er nicht jedes Mal schachern, ob es nicht doch auch so geht. Oder ob es jetzt wirklich sein muss.
 
Schlussendlich habe ich auch oft das Gefühl, ich habe eben die Kinder und muss ihn um einen Gefallen bitten, dabei dankt mir auch keiner, dass ich mich um die gemeinsamen (!) Kinder kümmere, mich fragt auch keiner, ob ich gern den ganzen Tag des Papas Rücken frei halte und in meiner "Freizeit" arbeite, anstatt ein Buch zu lesen. Das ist der Punkt, an dem Gleichberechtigung nur noch ein Witz ist. Und natürlich gehört in die Rechnung auch noch mit rein, dass der Papa das Gefühl hat, nur zu arbeiten und auch zuhause keine Zeit mit mir zu verbringen, weil ich jede freie Minute etwas anderes machen möchte.
 
Tja, was wäre die Lösung? Von meiner Seite aus kann ich mir gerade nicht vorstellen, in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten, weil es von den Kindern aus nicht geht - und wenn ich sie dazu zwingen würde, dann hätte ich nur noch mehr Stress, weil ich es im Endeffekt ausbaden müsste. Ein Mütterteam wäre super, aber bis es so weit ist, vergeht auch einiges an Zeit. Oder ein Coworking Toddler / Kid - Projekt. Alternative Lösungen müssen her, aber auch die kosten Zeit. Und die ist bekanntlich am rarsten.
 
Wie macht ihr das im Homeoffice?
 
Love & Peace,
 
eure Frida
 
 
PS. Noch mehr persönliche Erfahrungen über Home Office findet ihr bei Melanie von Glücklich Scheitern
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